Des Welt des Handels

Lange bevor die Welt von den großen Entdeckern wie Kolumbus oder Da Gama vermessen wurde, waren es Kaufleute und Händler, die sich in unbekannte Regionen vorwagten ...
Sie waren wagemutige Abenteurer, Entdecker und Forscher. Geh mit ihnen auf Zeitreise, steig ein in die aufregenden Geschichten des Handels oder aber hol dir aktuelle Infos, wie der Handel unsere Welt heute bestimmt.

  • Wie das Feuer in die Welt kam (600000 v.Chr.)

    Der Vulkan Mount Rinjani in Indonesien während eines kleinen Ausbruchs. (7)

    Bestimmt kennst du den Film „Das Dschungelbuch“ von Walt Disney. Richtig, es ist die Geschichte von dem kleinen Mogli, der bei den Tieren aufwächst. Eigentlich ging es den Tieren im Dschungel prächtig. Aber vor einer Sache hatten sie gehörig Angst. Das war das Feuer. Mit ihm konnte Mogli zum Beispiel den Panther Baghira, der hinter ihm her war, in die Flucht schlagen. Für uns Menschen ist das Feuer extrem wichtig. Es ist eine Waffe, mit dem der Mensch Macht über die Natur gewinnt. Das Feuer gehört zum Menschen und unterscheidet ihn vom Tier. Wie es zu den Menschen kam, das weiß man nicht. Aber vielleicht war es genau wie im Dschungelbuch:

    Ein Blitz schlug in einen Baum ein und steckte diesen in Brand. Der Mutigste traute sich, einen Zweig in die Glut zu stecken und das Feuer weiterzuschüren. Er stellte fest, dass es warm ist, Licht spendet und dass man es sogar als Waffe verwenden kann.

    Das Feuer war eine Revolution

    Mit dem Feuer konnte der Mensch sich plötzlich warm halten, er besaß Licht, er konnte die wilden Tiere fernhalten und sich etwas Warmes kochen. All diese Dinge waren so revolutionär, dass manche Forscher sagen, erst das Feuer habe den Menschen zum Menschen gemacht.

    Das Feuer feuert die Wirtschaft an

    Als die Metalle entdeckt wurden, bekam das Feuer eine wirtschaftliche Bedeutung. Dadurch entstanden neue Berufe wie zum Beispiel der Schmied. Mithilfe des Feuers konnte der Mensch aus den Metallen Waffen, Werkzeuge und Schmuck herstellen. Die Metalle lagern aber tief in der Erde. Um diese aber nutzen zu können, brauchte man neue Techniken und Leute, die die Metalle aus der Erde herausholten – man nennt dies auch „sie zu Tage“ bringen. Wieder entstand ein neuer Beruf, nämlich der Bergmann. Weil man aus den Metallen so viel machen konnte, waren sie bald sehr begehrt. Ein reger Handel mit Metallen begann. Und zwar auch zwischen Menschen, die weit voneinander entfernt wohnten, denn Metalle gab es nicht überall.

    Reich und Arm

    Wer gut mit Öfen und Brennstoffen umgehen und neue Metallmischungen herstellen konnte, also ein guter Schmied war, konnte richtig reich werden. Reich war auch derjenige, der viele dieser neuen Gegenstände wie Schmuck oder Waffen besaß. Reichtum aber schürt Neid und Krieg. Also musste der Besitz geschützt werden. Manche Forscher sagen deswegen, dass in dieser Zeit die ersten befestigten Siedlungen gegründet wurden.

    Mit der Entdeckung des Feuers konnten plötzlich Metalle verarbeitet werden. Diese lagerten in der Erde. Ein neuer Beruf entstand: Die ersten Bergmänner rutschten auf ihrem Hintern auf einem Stück Leder sitzend in den Stollen ein.

    Als die Metalle entdeckt wurden, bekam das Feuer eine wirtschaftliche Bedeutung. Neue Berufe wie zum Beispiel der Schmied entstanden. Er stellte Waffen, Werkzeuge und Schmuck her.

  • Video: Blökende Moneten (6000 v.Chr.)

    Wenn du den Begriff Geld hörst, wirst du an Euromünzen, Geldscheine oder auch Bankkarten denken. Das ist richtig. Und ob wir einen Computer, ein Fahrrad oder eine DVD kaufen - immer zahlen wir mit Geld. Wir handeln damit. Geld ist allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert. Und jeder weiß, wie viel zum Beispiel ein 20-Euro-Schein wert ist und was er sich ungefähr damit kaufen könnte.

    Das war nicht immer so. Früher hatten die Menschen gar kein Geld. Es hat sich erst im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt. In der Altsteinzeit, als die Menschen Jäger und Sammler waren, haben sie von der Hand in den Mund gelebt. Das, was sie besaßen, brauchten sie für sich. Es gab keinen Handel.

    Dann fingen sie an, in Gemeinschaften zu leben und sich gegenseitig mit der Versorgung zu helfen. Zum Beispiel gab der Jäger dem Waffenschmied einen erlegten Hirsch und der wiederum schnitzte ihm eine richtig gute Waffe dafür. Sie tauschten Ware-gegen-Ware.

    Das hört sich einfach an. War es aber nicht immer. Zum einen konnte nicht jeder das gebrauchen, was der andere ihm anbot. Und zum anderen musste auch noch der Wert der Tauschware übereinstimmen.

    Und dann gab es noch ein schwerwiegendes Problem: Die Menschen mussten die Tauschwaren mit sich herumschleppen. Und kannst du dir vorstellen, wie es ist, ein ganzes Schaf auf dem Rücken zu haben? Ganz schön umständlich ...

    Deshalb suchten sich die Menschen ein Tauschmittel, das transportierbar war, und mit dessen Hilfe sich der Wert der einzelnen Dinge vergleichen ließ. Es musste etwas sein, das alle wertvoll fanden. Zu dieser Zeit waren es Muscheln, Perlen, Salz, Tee, Gewürze, Getreide, Edelsteine oder Goldklumpen ... Diese Dinge waren so etwas wie Geld für die damaligen Menschen ...

    Die ersten bekannten Münzen stammen aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Damals dienten Barren aus Silber, Gold oder Kupfer als Zahlungsmittel. Der Wert der Ware wurde in Metall aufgewogen. Benötigte man geringere Mengen an Geld, wurde ein Stück abgehackt.

    Dann fingen die Menschen an, Münzen zu prägen. Diese Plättchen waren gleich groß und gleich schwer und sie waren mit einem bestimmten Wert versehen. Jetzt wusste jeder genau, wie viel so eine Münze wert war.

    Tja, aber auch wenn es Münzgeld bis heute gibt, ist es nicht ganz so verbreitet wie das Papiergeld, also wie Geldscheine. Jetzt wirst du wissen wollen, wie es eigentlich zum Papiergeld kam? Das war nicht so einfach ... Denn im Gegensatz zum Münzgeld, das durch seinen Metallwert kostbar war, war das Papiergeld an sich wertlos.

    Deshalb brauchte man einen vertrauenswürdigen Herausgeber, der für den Wert des Papieres garantierte. Ab dem 17. Jahrhundert haben bei uns in Europa erstmals Banken diesen Wert garantiert. Das taten sie, indem sie große Mengen an Gold in Tresoren lagerten, damit das Papiergeld jederzeit in Gold hätte eingetauscht werden können, das war also der Gegenwert dafür.

    Heutzutage darf nur der Staat Geld herausgeben. Seine Notenbank steht für den Wert des Geldes ein.

    So, jetzt weißt du, dass das Geld einen weiten Weg hinter sich hatte, bevor es einfach in unseren Portemonnaies gelandet ist ...

  • Video: Jeans auf Reisen (2002 n.Chr.)

    Wir leben in einer globalen Welt, das hast du sicherlich schon einmal gehört. Global heißt weltumspannend. In Bezug auf die Wirtschaft und den Handel bedeutet dies, dass ganz viele Produkte über die ganze Welt verteilt produziert werden. Zum Beispiel Spielzeug, Computer und Kleidung.

    Bleiben wir bei Kleidung. Ein gutes Beispiel ist die Jeans. Sie hat einen weiten Weg hinter sich, bis sie bei uns auf dem Ladentisch liegt. Sie macht in vielen verschiedenen Ländern Station.

    In Kasachstan ist es warm. Hier wächst die Baumwolle für den Jeansstoff auf großen Plantagen. Geerntet wird sie wird von Hand oder mit der Maschine.

    Dann wird die Baumwolle in die Türkei gesandt, um in Spinnereien zu Garn gesponnen zu werden. In Taiwan wird aus diesem Baumwollgarn in Webereien der Jeansstoff hergestellt.

    Aus Polen kommt die chemische Indigofarbe (blau) zum Einfärben des Stoffes. Danach gehts nach Tunesien: Hier wird der Jeansstoff aus Taiwan mit der Indigofarbe aus Polen eingefärbt. In Bulgarien wird der fertige Stoff weich gemacht, damit er nicht knittert.

    Zusammengenäht wird die Jeans in China. Das Innenfutter und die Schildchen für die Pflegeanleitung stammen aus Frankreich, die Knöpfe und Nieten aus Italien. Die nächste Station ist Griechenland. Hier wird die Jeans mit Bimsstein gewaschen. Dadurch erhält sie den „stone-washed“-Effekt.

    Und endlich ist die Jeans startklar. Jetzt fliegt sie nach Deutschland und wird verkauft.

    Du wirst dich fragen, warum die Jeans nicht gleich in Deutschland hergestellt wird. Weil die Produktionskosten bei uns teurer sind als in Entwicklungsländern. In diesen Ländern bekommen die Arbeiter für ihre Arbeit viel weniger Lohn und manchmal müssen sogar die Kinder mitarbeiten, damit die Familie genug zu essen hat. Dadurch wird die Jeans viel billiger hergestellt und kann bei uns billig verkauft werden.

    Es gibt Menschen, die das unfair finden und die sich dafür einsetzen, dass der Handel zwischen den Ländern gerechter zugeht, die darauf achten, dass die Menschen in den armen Ländern nicht ausgebeutet werden und dass es keine Kinderarbeit geben soll.

    Auch du kannst helfen. Wenn du etwas kaufen möchtest, frag nach, woher die Dinge stammen und erkundige dich, ob der Hersteller unter menschenwürdigen Bedingungen produzieren lässt und ob er gegen Kinderarbeit ist.

  • Video: Kauderwelsch und Kamele (140 v.Chr.)

    Heute ist es so, dass alle Menschen auf der ganzen Welt miteinander Handel treiben. Das geht ganz einfach, mit Hilfe des Telefons oder dem Internet. Händler sind global vernetzt.

    Ausgebaute Schienen und Straßennetze, festgelegte Schifffahrts- und Flugrouten machen es möglich, dass die Waren ganz schnell und einfach transportiert werden.

    Und auch die Sprache der jeweiligen Länder muss ein Händler heute nicht sprechen können, weil sich alle mit der Weltsprache Englisch verständigen können.

    Früher war das alles nicht so selbstverständlich. Da gab es weder Internet noch Telefon und die Transportmittel bestanden aus Schiffen und Tieren. Weil Handelsreisen oft in Regionen und Gebiete führten, die noch unbekannt waren, waren Händler damals auch richtige Entdecker. Außerdem konnte es manchmal richtig gefährlich und beschwerlich werden.

    Eine der berühmtesten Handelsrouten der Geschichte ist die Seidenstraße. Seit dem Altertum verband sie Asien mit Europa. Wie der Name schon sagt, wurde hier ganz viel Seide transportiert, aber auch Gewürze, Tee, Gold, Edelsteine, Pelze und Keramik.

    Die Seidenstraße führte durch Wüsten, umgeben von den höchsten Gebirgsketten der Erde. Das Klima war rau, Sandstürme waren häufig. Um sich zu schützen, schlossen sich die Händler meist in Karawanen zusammen und führten oft bis zu 1000 Kamele und Pferde mit sich.

    Weil die Reise so unendlich lang dauerte, entstanden auf der Route viele Herbergen und blühende Oasenstädte. Hier erholten die Händler sich von den Strapazen der Reise und konnten Waren lagern oder damit handeln.

    An diesen Orten trafen sich Leute aus ganz Asien, aus Afrika und sogar aus Europa, hier kamen Juden, Christen und Moslems zusammen. Da gab es ein Kauderwelsch an Sprachen. Kannst du dir vorstellen, was da los war? Heute würde man "multikulti" zu so etwas sagen...

    Auf diese Weise tauschten die Menschen natürlich nicht nur Waren aus. Sondern sie lernten viel über andere Nahrungsmittel, Religionen, Modetrends und Handwerkstechniken.

    All dies machte die Händler sehr gebildet. So konnten sie das Wissen in ihre Länder bringen. Das war zu diesem Zeitpunkt ganz schön aufregend und inspirierend für die Menschen, die noch nie so weit gereist waren.

    Für uns ist das ganz normal. Wir können einfach den Fernseher einschalten oder ins Internet gehen und erfahren etwas über fremde Kulturen.

  • Video: Super Markt (2005 n.Chr.)

    Was ist eigentlich ein Markt? Der Markt ist ein Ort, an dem Händler ihre Waren anbieten. Für dich ist der
    Bekannteste sicherlich der Supermarkt bei euch in der Nähe. Aber es gibt noch viele andere Arten von Märkten. Auf die Wochenmärkte kommen Bauern mit ihrem Obst und Gemüse, alte Möbel gibt's auf dem Flohmarkt, Fische gibt's auf dem ... richtig ... Fischmarkt.

    Märkte findest du aber auch in den Zeitungen, auf den Seiten mit den Anzeigen zum Beispiel für Wohnungen, Autos oder auch freie Arbeitsstellen.

    Und dann gibt's noch den Internetmarkt oder auch Onlinemarkt genannt. Hier kannst du per Mausklick Musik oder Bücher kaufen ... aber das weißt du ja!

    Der Markt hat für die Wirtschaft ganz große Bedeutung. Denn hier kommen Händler, also Verkäufer und Käufer, zusammen. Der Händler macht das Angebot und die Käufer möchten etwas Bestimmtes kaufen, sie fragen etwas nach. In der Fachsprache heißt dies: Die Käufer bestimmen die Nachfrage. Wenn ganz viele Käufer dasselbe nachfragen, dann spricht man von einer großen Nachfrage.

    Zurück zum Verkäufer. Der bietet seine Ware an und betont, wie einzigartig und preiswert sie ist. Er macht also Werbung dafür und versucht auf diese Weise, den Käufer zum Kauf seiner Ware zu überzeugen.

    Der Kampf um die Käufer nennt sich: Wettbewerb. Die Verkäufer müssen sich ganz schön ins Zeug legen, weil es viele andere gibt, die etwas Ähnliches anbieten. Wenn einer einen viel höheren Preis verlangt als die Konkurrenten, dann wird er seine Ware nicht los.

    Der Käufer wird also nicht gleich das Erstbeste kaufen. Der guckt sich erst mal um auf dem Markt und vergleicht die Angebote miteinander. Er prüft die Vor- und Nachteile, also das Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Aber wie kommt eigentlich der Preis zustande? Angebot und Nachfrage bestimmen ihn, und zwar so: Ist eine Ware knapp, also selten, kann der Verkäufer einen hohen Preis verlangen.

    Das kann er aber auch, wenn er sich sicher ist, dass ganz viele Leute eine Sache unbedingt haben wollen. Zum Beispiel, wenn eine neue CD von einem Superstar rauskommt ...

    Und umgekehrt ist es so: Ist die Nachfrage geringer geworden, weil der Superstar inzwischen OUT ist, sind die Händler gezwungen, die Preise zu senken und die CD landet auf dem Grabbeltisch.

    Und wollen die Leute trotz megabilligem Preis die CD nicht kaufen, werden die Hersteller und Verkäufer diese Sache nicht mehr produzieren und anbieten, weil es sich nicht mehr lohnt.

    Das bedeutet, dass jeder durch sein Kaufverhalten das, was auf dem Markt passiert, beeinflusst! Hättest du das gedacht? Dass auch DU etwas mit dem Markt zu tun hast?!

  • Video: Maschinen statt Muckis (1751 n.Chr.)

    Im 18. Jahrhundert wurde in England etwas erfunden, was für die Menschheit revolutionäre Folgen hatte: die Dampfmaschine. Du willst bestimmt wissen, wie sie funktioniert. Also: Ein Kohlefeuer erhitzt Wasser,
    dieses wird zu Dampf, der bewegt dann einen Kolben und dieser treibt über eine bewegliche Pleuelstange ein Rad an.

    Die Dampfmaschine ermöglichte, dass man plötzlich Kohle und Eisen, die tief in der Erde steckten, einfacher fördern konnte. Aus dem Eisen konnte man Stahl produzieren. Den brauchte man für den Schiffsbau und für viele andere Maschinen, die damals neu erfunden wurden.

    Wie zum Beispiel die Eisenbahn. Sie ist eine Dampfmaschine, die mit Rädern auf Eisenschienen fährt und mit Kohle befeuert wird.

    Die Dampfmaschine wurde aber auch zum Antrieb von vielen anderen Maschinen benutzt. Webstühle oder Spinnmaschinen waren damals ganz wichtig.

    Saß früher ein Weber an einem hand- und fußbetriebenen Webstuhl und webte wochenlang an einem Stück Stoff, so spuckten nun mechanische Webstühle mit Dampfdruck betrieben die fertigen Stoffe aus.

    Die Dampfkraft ersetzte die Muskelkraft.

    Du kannst dir sicherlich vorstellen, was das für die Herstellung von Waren bedeutete. Die Produktionszeiten wurden enorm beschleunigt, Massenproduktion entstand und mit der Eisenbahn und den Dampfschiffen konnten die Waren viel schneller als bisher überallhin transportiert werden.

    In den Städten wurden große Fabriken gebaut. Waren bis zu diesem Zeitpunkt die meisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, so zogen sie nun in die Stadt und wurden Fabrikarbeiter.

    Männer, Frauen, aber auch Kinder arbeiteten oft bis zu 15 Stunden am Tag. Doch die Arbeit war dabei sehr schlecht bezahlt. So gab es am Anfang viel Elend. Davon erzählt zum Beispiel auch die Geschichte von Oliver Twist, die ihr bestimmt kennt und die in dieser Zeit spielt.

    Die ganze Gesellschaft wurde damit auf den Kopf gestellt. Man spricht von der Industriellen Revolution. Sie begann in England und hat sich dann in Westeuropa und Nordamerika ausgebreitet.

  • Video: Es gibt ein Morgen – Nachhaltigkeit (2014 n.Chr.)

    Das ist unsere Erde. Hier leben wir – zusammen mit anderen Menschen, mit der Natur und mit den Tieren. Schön ist das... und so soll es auch bleiben, oder?

    Das mag für dich eine blöde Frage sein. Natürlich soll alles so schön bleiben. Aber das ist nicht selbstverständlich! Denn alles, was wir tun, und wie wir es tun, hinterlässt Spuren... Zum Beispiel was wir essen und anziehen, wie wir bauen und heizen, wie wir reisen...

    Wenn es um dieses Thema geht, wird meist von "Nachhaltigkeit" gesprochen. Komisches Wort. Nimmt man es auseinander, klingt es wie "Nach halten"... gemeint ist: Es soll lange halten. Aber was eigentlich?

    Es geht darum dass die Menschen, die heute leben, die Erde und alles drum herum so behandeln, dass die, die nach uns kommen, auch noch so gut auf der Erde leben können. Wenn wir jedoch genauso weiter leben, wie bisher, sagen einige Experten, wird bald alles kaputt oder verbraucht sein.

    Zum Beispiel roden wir Wälder, dass nichts als unfruchtbares Land zurückbleibt. Wir verschwenden Wasser, obwohl es in der Natur nicht endlos vorhanden ist. Essen soviel Fisch, dass im Meer bald keine mehr schwimmen werden.

    Und weil wir so großen Appetit auf Fleisch haben, züchten wir Massen an Rindern – die aber leider mit ihren Pupsen die Luft verpesten. Das ist alles nicht schön, und dies sind gerade einmal ein Paar Beispiele.

    Du hast vielleicht schon einmal das Wort "Wergwerf- oder auch Überflussgesellschaft" gehört. Das kommt daher, dass es uns einfach zu gut geht.

    Wir haben vieles in so großen Mengen, das wir es gar nicht verbrauchen können. Oder wir schmeißen einfach weg, was wir nicht mehr benötigen. Das ist einerseits schlecht für die Umwelt und andererseits ungerecht, weil in ärmeren Ländern die Menschen nichts zum Leben haben.

    So kann es also nicht mehr weitergehen. Doch nicht die Tiere und die Natur müssen sich ändern. Nein, WIR müssen unser Verhalten ändern. Denn wir gehören wie ein Puzzleteil in das Gesamtbild der Erde.

    Der Mensch hat also eine große Verantwortung. Deshalb haben sich vor einiger Zeit Politiker aus der ganzen Welt zusammengetan, um gemeinsame Regeln aufzustellen und Ziele zu setzen, mit denen er diese Aufgabe meistern kann.

    Du kannst übrigens stolz auf dich sein, denn du tust schon etwas dafür, dass die Welt nachhaltiger wird, also länger hält. Indem du bei Tausch-dich-fit deine abgelegten Spielsachen gegen andere Gebrauchte eintauscht. Über das, was früher im Müll gelandet wäre, freut sich nun ein anderes Kind.

  • Video: Ideen muss man haben – Unternehmen (2004 n.Chr.)

    Was ist ein Unternehmen? Viele Menschen in unserem Land arbeiten für ein Unternehmen. Umgangssprachlich wird auch von „Firma“, „Geschäft“ oder „Betrieb“ gesprochen. Eine ganz einfache Erklärung lautet: In Unternehmen wird im wahrsten Sinne des Wortes etwas unternommen. Hier sind Menschen tätig, indem sie Dinge produzieren und zum Kauf anbieten oder Dienstleistungen für andere zur Verfügung stellen. Hinter allem steht das Ziel, mit einer guten Idee Geld zu verdienen.

    Hier sind Menschen tätig, indem sie Dinge produzieren und zum Kauf anbieten oder Dienstleistungen für andere zur Verfügung stellen. Hinter allem steht das Ziel, mit einer guten Idee Geld zu verdienen.

    Unternehmer und Unternehmerinnen sind die Chefs. Sie stehen an der Spitze, sie leiten das Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Oft sind sie auch die Eigentümer des Unternehmens. Das hat viele Vorteile: Unternehmer können zum Beispiel frei über ihre Arbeitszeit bestimmen und morgens auch mal länger ausschlafen. Auf der anderen Seite sind sie für das Bestehen ihres Unternehmens verantwortlich.

    Wenn sie ihre produzierten Waren nicht mehr verkaufen können, kein Geld mehr einnehmen und ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können, dann tragen sie dafür die Verantwortung – das nennt man unternehmerisches Risiko.

    Manchmal müssen Unternehmen auch geschlossen werden, weil die Geschäftsidee gescheitert ist, in diesem Fall wird von Insolvenz gesprochen, "pleite gehen" ist jedoch die einfachere Beschreibung dafür.

    Ein Unternehmen, dass seit vielen Jahrzehnten erfolgreich ist, wirst du kennen: Playmobil. Jedes Kind weiß, was dieses Unternehmen herstellt... Die deutsche Bahn ist auch ein Unternehmen. Es bietet jedoch keine kleinen Kunststofffiguren an, sondern eine Dienst-leistung: das Unternehmen stellt Züge zur Verfügung, mit denen wir von A nach B kommen.

    Wusstest du, dass es sogar Unternehmen gibt, die von Schülern gegründet wurden? Toll, oder? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hilft mit dem Programm JUNIOR, älteren Schülern, eine eigene Geschäftsidee zu entwickeln und in einem Jahr umzusetzen.

    Mit einer richtig guten Geschäftsidee hingegen, die bei Kunden sehr beliebt ist, lassen sich gute Gewinne erzielen, also viel Geld einnehmen. Mit anderen Worten: man könnte damit in unserem Land reich werden.

    Vielleicht denkst du jetzt, das kann ich auch allein: „Ab heute backe ich in unserer Küche Muffins, die aussehen wie Fußbälle und verkaufe sie für 2 Euro“.

    Doch leider reicht es nicht, eine ausgefallene Idee zu haben. Die Umsetzung ist komplizierter, da wäre eine gute Beratung angebracht. Bei deinem Muffin-Unternehmen würdest zum Beispiel sehr schnell Besuch vom Hygieneamt bekommen.

    Wenn du Lebensmittel herstellen möchtest, muss alles hygienisch rein, also blitzsauber sein und du kerngesund, damit die Lebensmittel keine Keime und Bakterien mit sich tragen. Um das festzustellen, müsstest du einen Gesundheits-Test durchführen lassen.

    Es sind also viele Vorschriften zu beachten aber auch noch viel Papierkram zu erledigen. Der Staat möchte wissen, wer für das Unternehmen verantwortlich ist. Wer die Abgaben an den Staat zahlt, die Steuern. Denn wer in Deutschland Einnahmen hat, etwas am Verkauf von Waren verdient, der muss einen Teil davon abgeben. Wenn du mehr darüber erfahren willst, schau dir bei Tausch-dich-fit den Film über Steuern an.

    Unternehmer müssen sich also an Regeln halten. Du kennst das ja, manche Regeln und Verbote sind einfach nur nervig aber andere wiederum sind sehr sinnvoll, so ist zum Beispiel in Deutschland Kinderarbeit verboten. Diese Vorschrift dient deinem Schutz und das wirst du sicherlich gut finden.

  • Video: Ordnung muss sein – Soziale Marktwirtschaft (1957 n.Chr.)

    „Wirtschaft“ ist ein Bereich, der alle Menschen in einem Land betrifft. Es geht um die Produktion von Waren, um Service- und Dienstleistungen, Handel, Arbeit und auch um Geld. Menschen brauchen ganz bestimmt Dinge, wie z.B. Brot, Kleidung oder eine Busfahrt. Sie haben also Bedürfnisse nach bestimmten Sachen.

    Das kennst du sicher, wenn du ganz viel Lust auf einen bestimmten Kaugummi hast und in den nächsten Supermarkt gehst, um ihn zu kaufen. In dem Fall bist du der oder die Kaufinteressierte. Auf der anderen Seite ist der Supermarkt, der ihn dir zum Kauf anbietet.

    Wenn Kaufinteressierte und Verkäufer zusammentreffen, um zu Handeln, um Waren gegen Geld einzutauschen, wird von einem Markt gesprochen. Wenn viele Menschen ein großes Bedürfnis nach frischem Brot haben, dann wird sehr viel Brot hergestellt und dies kann dann zu einem niedrigen Preis verkauft werden.

    Auf einem Markt werden Dinge nachgefragt und angeboten. Man spricht in diesem Zusammen-hang auch von Angebot und Nachfrage.

    Das System, das diese Vorgänge beschreibt und regelt heißt: Marktwirtschaft. Hier geht es um die Fragen: Wer bietet was, in welcher Form und zu welchem Preis an.... Da es auf einem Markt viele Anbieter gibt, die alle ihre Waren verkaufen möchten, stehen diese in einem Wettbewerb miteinander.

    Wettbewerb setzt die Anbieter also unter Druck. Alle wollen möglichst viel Gewinn machen, doch sollte es nicht dazu führen, dass Unternehmen zum Beispiel heimlich Preise miteinander absprechen, damit andere Anbieter nicht mehr mithalten können und dabei Pleite gehen.

    Um so etwas wie ungerechte Wettbewerbsvorteile oder andere Ungerechtigkeiten zu vermeiden, hat sich in den 1950er Jahren Ludwig Erhard – ein späterer Bundeskanzler – etwas kluges ausgedacht. Er hat die soziale Marktwirtschaft entwickelt.

    Du stolperst sicherlich gerade über das Wort „sozial“?! Was bedeutet es, fragst du dich? Für „sozial“ kannst du „gemeinschaftlich“ oder „hilfsbereit“ sagen. In Bezug auf die deutsche Wirtschaft bedeutet es, dass das Wohl der Gemeinschaft berücksichtigt werden soll. Noch einfacher ausgedrückt: dass nicht nur die Starken eine Chance haben, sondern auch die Schwächeren in unserem Land.

    Deshalb ist es in Deutschland so, dass alle Menschen, die Geld einnehmen, einen Teil für die Gemeinschaft abgeben müssen, damit alle einigermaßen gleiche Bedingungen haben. Du gehst zum Beispiel in eine Schule und zahlst dafür kein Geld. Der Staat stellt diese Schule für alle – arm oder reich – zur Verfügung, damit alle gleichermaßen Bildung erhalten können. In der Wirtschaft heißt das „Umverteilung“.

    Auch werden die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer kontrolliert. Die Gesundheit eines Arbeiters, der in einer Chemiefabrik arbeitet, darf nicht durch giftige Dämpfe gefährdet werden. Der Besitzer der Chemiefabrik muss für angemessene Schutzkleidung sorgen.

    Zum Gemeinwohl gehört aber auch eine intakte Umwelt. Aus diesem Grund gibt es Auflagen und Verbote, die sich auf die Produktion von Waren beziehen, die die Umwelt gefährden könnten. Wie du an diesen Beispielen siehst, gibt es eine Menge gute Gründe dafür, die Marktwirtschaft durch Regeln und Gesetze ein bisschen einzuschränken – sie zur sozialen Marktwirtschaft zu machen.

  • Video: Von der Arbeit in den Park – Rente und Pension (2013 n.Chr.)

    Du weißt bestimmt, dass die meisten Menschen Arbeiten gehen. Nach dem Schulabschluss machen einige eine Ausbildung oder studieren, danach üben sie einen Beruf aus, sie gehen also Arbeiten. So wird es bei dir sicherlich auch sein, wenn du älter bist. Du solltest dir gut überlegen, was dich interessiert und dir einen Beruf auswählen, mit dem du viele Jahre glücklich werden kannst.

    Denn über ihn verdienst du Geld, du erhälst ein Einkommen, mit dem du alles bezahlst, was du zum Leben benötigst: ein Dach über dem Kopf, genug zu Essen, Geld für Bus und Bahn oder Futter für ein Haustier… In der Regel dauert ein Arbeitsleben um die 45 Jahre. Derzeit endet es nach 67 Jahren, das ist gesetzlich geregelt. Dann – so heißt es – geht man in den Ruhestand.

    Die meisten Menschen freuen sich darauf, weil sie dann machen können, was sie wollen. Sie können morgens so lange schlafen, wie sie möchten, sie können im Park spazieren gehen und Vögel füttern oder einem Hobby nachgehen. Viele freuen sich einfach darauf, ganz viel Zeit mit ihren Enkelkindern verbringen zu können.

    Aber woher kommt denn dann das Geld für den Lebensunterhalt – für die Dinge die du zum Leben brauchst – wirst du dich vielleicht fragen, ohne dabei Arbeiten zu gehen? Das Leben geht ja im besten Fall noch viele Jahre weiter. Die Menschen in Deutschland werden im Durchschnitt 82 Jahre alt.

    Für diese Zeit gibt es eine Pension oder Rente. Das ist ein Geldbetrag, den man jeden Monat bekommt, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber warum heißt es einmal Rente und dann wieder Pension? Bei denjenigen, die in ihrem Arbeitsleben für den Staat gearbeitet haben, z.B. Polizisten, Lehrer oder Richter heißt es “Pension”. Die Pension wird im Alter auch weiter vom Staat bezahlt.

    Bei den anderen, die eine größere Anzahl in Deutschland ausmachen, wird von “Rente” gesprochen. Die Rente gibt es aber nicht einfach so, sondern jeder Arbeitende hat in seinem Arbeitsleben einen Teil seines Verdienstes in die Rentenversicherung eingezahlt. So erklärt sich auch die Herkunft des Wortes: Es stammt vom lateinischen Wort “reddere” ab und das heißt “zurückgeben”.

    Denn später, nach Beendigung des Arbeitslebens wird einem das Geld sozusagen wieder zurückgegeben. Man hat also einen Teil seines Verdienstes für die Versorgung im Alter gespart.

    Nicht jeder Rentner bekommt den gleichen Geldbetrag ausbezahlt. Die Höhe hängt davon ab, wie lange du gearbeitet hast, also Geld in die Rentenversicherung eingezahlt hast und wieviele Menschen in den Jahren arbeiten, in denen du deine Rente beziehst.

    Es ist nämlich so, dass das Geld, das eingezahlt wird denjenigen zur Verfügung steht, die zu diesem Zeitpunkt schon in Rente sind. Wenn ganz viele arbeiten, ist der Rentenbetrag hoch. Wenn jedoch wenige arbeiten, ist weniger in der Rentenkasse, dann kann auch nicht so viel ausbezahlt werden.

    Das ist ein Thema, das in der Politik immer wieder zum Streitpunkt wird, weil es nicht so einfach zu lösen ist. Doch das wichtigste bei allen Überlegungen sollte sein, dass es allen alten Menschen in einem Land gut geht – damit sie genug Zeit haben, um im Park spazieren zu gehen…

  • Video: Spielplätze kosten keinen Eintritt – Steuern (2009 n.Chr.)

    Es gibt etwas, worüber viele Menschen meckern. Nein, diesmal ist nicht das Wetter gemeint. Auch nicht die Radfahrer oder Kinder ... Der Begriff wird dir sicherlich schon oft begegnet sein. Gemeint ist: die Steuer. Viele Leute beklagen sich darüber, dass sie zu hoch sei. Es gibt auch welche, die sagen, dass sie zu niedrig sei.

    Das ist Ansichtssache. Oder es heißt: Alles muss der Steuerzahler zahlen. Das stimmt. Denn alle Bürger in einem Land müssen Steuern zahlen. Du übrigens auch. Du hast auch schon oft welche gezahlt, zum Beispiel in dem du eine DVD, Spielzeug oder ein Eis gekauft hast. Denn einen Teil des Geldbetrages erhält der Staat.

    Wofür denn, wirst du dich fragen. Der Staat finanziert damit die unterschiedlichsten Dinge, die wir brauchen. Das Geld dient dem Gemeinwohl. Du kriegst also keine direkte Gegenleistung für deinen eingebrachten Steuerbetrag. Aber trotzdem hast du jeden Tag etwas davon. Zum Beispiel, wenn du zur Schule gehst. Und danach auch, wenn du auf einem öffentlichen Spielplatz Tischtennis spielst, oder zur Toilette musst.

    Der Staat ist auch dafür verantwortlich, dass der öffentliche Verkehr funktioniert. Züge, S-Bahnen und Busse sollen fahren können, damit die Menschen problemlos von einem Ort zum anderen gelangen. Die Beleuchtungen, Straßen und Schienenwege müssen instandgehalten werden.

    Mit den Steuern werden auch öffentliche Einrichtungen finanziert. Das sind "Spielplätze", Schulen", "Krankenhäuser", "Kindergärten", "Museen", "Friedhöfe" oder "Kirchen". Auch diejenigen, die für den Staat arbeiten, die Staatsbediensteten auch Beamten genannt werden von den Steuern finanziert.

    "Lehrer", "Polizisten", "Soldaten" oder "Abgeordnete" – also die Politiker. Menschen, die arbeitslos oder hilfebedürftig sind erhalten eine finanzielle Unterstützung, damit sie ihre Wohnung und Lebensmittel davon bezahlen können. Auch das sind Steuergelder.

    Jetzt hast du einen kleinen Einblick erhalten, für was Steuergelder unter anderem benötigt werden. Aber wo kommt das ganze Geld dafür her, wirst du dich fragen. Der Kauf einer Kugel Eis kann dafür sicherlich nicht genügen...

    Es gibt ca. 40 verschiedene Steuerarten, mit denen Steuern eingenommen werden. Zum Beispiel müssen alle Menschen, die mit ihrer Arbeit Geld einnehmen, Steuern zahlen. Die, die mehr verdienen müssen einen höheren Anteil abgeben, damit es gerecht ist.

    Diejenigen, die selbst ein Unternehmen haben, müssen auch Steuern abgeben. Oder wenn man Geld erbt, oder ein Auto besitzt zahlt man Steuern und auch der Besitz eines Hundes wird besteuert...

    Weitere Steuern, die ein bisschen versteckt sind, findet man zum Beispiel im Benzinpreis, im Preis für Tabak, Alkohol und Kaffee. Einen großen Anteil des Steueraufkommens macht die Umsatzsteuer – auch Mehrwertsteuer genannt – aus. Das war die Sache mit deinem Eis.

    Bei jedem Einkauf von Ware werden 19% auf den Preis aufgeschlagen. Guck dir mal einen Kassenbon an, dort steht der Gesamtbetrag – gemeint ist das, was der Einkauf insgesamt gekostet hat mit der Mehrwertsteuer zusammen. Darunter steht einzeln der Mehrwertsteuerbetrag, der an den Staat geht – und der sorgt mit diesem Geld dafür, dass Spielplätze keinen Eintritt kosten.

  • Video: Mit Menschen handeln – Menschenhandel (1800 n.Chr.)

    Hast du schon einmal Handel getrieben? Das geht ganz einfach: Du breitest eine Decke auf dem Bürgersteig aus und verkaufst aussortierte Spielsachen, Bücher und DVDs. Wenn Erwachsene Handel treiben, sieht es ein bisschen anders aus.

    Da gibt es zum Beispiel im Internet den Onlinemarkt, auf dem Marktplatz in der Stadt den Wochenmarkt, auf dem mit Obst und Gemüse gehandelt wird, und es gibt das große Kaufhaus, das auf mehreren Etagen die unterschiedlichsten Waren zum Kauf anbietet.

    Die Menschen treiben schon seit vielen Jahrhunderten Handel miteinander. Sie tauschen Waren gegen Geld. Kannst du dir vorstellen, dass Menschen mit Menschen handeln? Menschen sind doch keine Ware, wirst du dir denken. Das ist richtig, Menschenhandel ist ein trauriges Kapitel in der Menschheitsgeschichte.

    Vielleicht fallen dir einige Geschichten und Märchen ein, in denen Menschen vorkommen, die verkauft werden. Man nannte sie "Sklaven". Es gibt viele Geschichten davon. Zum Beispiel über Römer, Wikinger, Piraten und Königshäuser. Denn viele Jahrhunderte wurde der Sklavenhandel als etwas ganz Normales betrachtet.

    Mit dem aufblühenden Handel ab dem 15. Jahrhundert wurden in Afrika viele Millionen Einheimische zu Sklaven. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schau dir bei Tausch-dich-fit den Film über den europäischen Kolonialismus an.

    Händler haben anderen Menschen die Freiheit geraubt und sie als Eigentum angesehen, mit dem man machen kann, was man will. Die Sklaven hatten dabei keinerlei Rechte, sie wurden sehr schlecht behandelt, mussten unfreiwillig ganz viel arbeiten und erhielten keinen Lohn dafür.

    Ab dem 18. Jahrhundert rebellierten die Sklaven vermehrt dagegen. Und auch andere setzten sich dafür ein, dass so nicht mit Menschen umgegangen werden kann – das es unmenschlich und ungerecht ist. Es wurden Regeln und Gesetze erlassen, mit denen der Sklavenhandel auf der ganzen Welt langsam abgeschafft werden sollte.

    Doch auch wenn der Handel mit Menschen verboten ist, wird Menschenhandel sogar heute noch betrieben. Auf jedem Kontinent und in fast jedem Land auf der Erde wird Menschenhandel betrieben. Über 21 Mio. Menschen leben in der Sklaverei. Ein großer Anteil davon sind Frauen, Kinder und Jugendliche.

    Diese Menschen werden von Händlern meist in andere Länder befördert und verkauft. Sie sind sehr arm und leben unter erschwerten Bedingungen. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft und lassen sich durch die Händler täuschen. Es gibt Eltern, die so wenig zum Leben haben, dass sie ihre Kinder nicht versorgen können und sie an Händler verkaufen.

    Die Kinder werden dann gezwungen zum Beispiel in großen Fabriken oder in Bergwerken zu arbeiten. Sie haben keine glückliche Kindheit, keine Möglichkeiten zu spielen und sie können nicht zur Schule gehen und lernen.

    Zum Glück gibt es Menschen und Organisationen, die den Menschen- oder Kinderhandel bekämpfen. Terre des Hommes ist eine davon. Diese Organisation befreit Mädchen und Jungen aus der Sklaverei und sorgt dafür, dass sie zur Schule gehen und Zeit zum spielen haben. Denn alle Kinder müssen die Chance haben, in einer behüteten und vertrauenswürdigen Umgebung aufzuwachsen, damit sie zu glücklichen und selbstbewussten Menschen heranwachsen.

  • Video: Deutsch in Namibia?! – Europäischer Kolonialismus (1450 n.Chr.)

    Warst du schon Mal auf einem anderen Kontinent als Europa? In Afrika zum Beispiel? Dort werden in vielen Ländern, neben afrikanischen Sprachen, europäische gesprochen: wie Französisch, Niederländisch, Englisch oder Spanisch.

    In Namibia spricht ein kleiner Teil der Bevölkerung sogar Deutsch. Dort gibt es auch deutsche Beschilderungen. Wie kam es denn dazu, wirst du dich fragen. Deutschland ist weit weg von Namibia...

    Wieder hat es mit dem Thema "Handel" zu tun. Und damit, dass es seit Mitte des 15. Jahrhunderts europäischen Seefahrern möglich war, mit Schiffen weitere Strecken zu hinterlegen – also die sieben Weltmeere zu besegeln.

    Sie gingen auf große Fahrt, erforschten neue Gebiete und stießen dabei auf die dort lebenden Menschen und deren einheimische Schätze, wie zum Beispiel auf wertvolle Diamanten und Gold, oder auf exotische Früchte, Gewürze, Tabak und Kaffee.

    Das Interesse an diesen Waren war groß in Europa. Allerdings waren sie teuer, weil es auf dem weiten Weg nach Europa viele Zwischenhändler gab, die auch etwas an dem Verkauf verdienen wollten.

    Die europäischen Kaufleute wollten diese Waren lieber für sich haben, um direkt Handel mit ihnen treiben zu können. Deshalb schlossen sie sich mit anderen zusammen, und genau wie Könige und Adlige finanzierten sie Fahrten in die unerschlossenen Gebiete.

    Diese besetzten sie gewaltsam, übernahmen ihre Herrschaft und klauten deren "Schätze". Auf diese Weise wurde aus dem Land oder Gebiet eine Kolonie. Das dazugehörige europäische Land hieß "Mutterland".

    Die Europäer übernahmen sehr viele Gebiete auf der ganzen Welt: Canada gehörte zu England, Brasilien zu Portugal und Indonesien zu den Niederlanden. Selbst an den entlegensten Stellen gab es Kolonien: zum Beispiel eine kleine Insel in der Karibik, Martinique, die zu Frankreich gehörte.

    Dabei behandelten die Besatzer die Einheimischen schlecht. Sie wurden als minderwertig angesehen, entrechtet und unterdrückt. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden sie als Privateigentum angesehen, zur Arbeit gezwungen oder verkauft.

    Außerdem sollten sie auch die Kultur und Religion der Kolonialmächte übernehmen. Ob die Einheimischen an ihren eigenen Ideen vom Zusammenleben hingen, war den Kolonialisten egal.

    So war es auch in Namibia. Als das damalige Südwestafrika zur deutschen Kolonie wurde, brachten die vielen Deutschen, die kamen nicht nur ihre eigene Verwaltung, ihre Schule, ihre Kirche, sondern auch ihre Ansichten über das Leben mit...

    und die Einheimischen wurden gezwungen, alles Deutsche zu übernehmen. Auch die Sprache. Bis heute leben Nachkommen der Kolonialisten in diesen Ländern. Jetzt weißt du, wie es dazu kam, dass Menschen, die Mitten in Afrika leben, Deutsch sprechen.

    Zum Glück gibt es fast keine Kolonien mehr, seit Ende des letzten Jahrhunderts. Noch heute sind die Folgen zu spüren. Denn viele ehemalige Kolonien sind arm und gehören zu der sogenannten globalen Süden an.

  • Video: Arbeit, Arbeit, Arbeit... – Arbeitsleben (2008 n.Chr.)

    Wenn du morgens zur Schule gehst, ist viel los auf den Straßen. Das ist ein Gewimmel. Menschen eilen durch die Straßen, manche rennen zur Straßenbahn. Autos stehen in langen Schlangen vor roten Ampeln. Man sagt Rush-hour dazu.

    Ein englisches Wort, das wir übernommen haben für den Begriff "Hauptverkehrszeit", gemeint ist der Berufsverkehr, den es jeden Tag um dieselbe Zeit gibt. Die meisten Menschen, die morgens unterwegs sind, müssen zur Arbeit – so wie du zur Schule.

    Warum ist Arbeit so wichtig, wirst du dich fragen. Wenn niemand Arbeiten gehen würde, gäbe es keine keine Möbel, keine Fahrräder und es gäbe weder Milch noch Nudeln im Supermarkt. Alles was der Mensch benutzen oder essen will, muss er erst herstellen.

    Selbst Kartoffeln, die eigentlich von selbst wachsen, muss ein Bauer zuerst säen, dann ernten und schließlich auf den Markt bringen.

    Die Menschen haben im Laufe der Jahrtausende eine kluge Methode entwickelt, damit jeder sich auf das konzentrieren kann, was er am besten kann oder am liebsten macht. Der Bauer tauscht seine Kartoffeln auf dem Markt einfach gegen Geld, mit dem er anschließend den Frisör bezahlt, der ihm die Haare schneidet.

    Mit unserer Arbeit tragen wir also einen winzigen Teil dazu bei, die Aufgaben, die es auf der Welt gibt, zu erledigen. Das Geld, das wir für diese Leistung bekommen, können wir nutzen, um die anderen Dinge zu kaufen, die wir nicht selbst herstellen wollen oder können.

    Die Arbeitsleistung kann mit dem Kopf, mit Händen, aber auch mit den Beinen erbracht werden. Es gibt Menschen, die sehr ungewöhnliche Tätigkeiten ausführen, mit denen sie Geld verdienen. Zum Beispiel der Erschrecker in der Geisterbahn eines Vergnügungsparks, oder die Meeresbiologin, die die Artenvielfalt der Tiefsee erforscht – und dabei auf den Schwarzangler stößt...

    Eine Kunsthandwerkerin, die kleine Monster aus Porzellan fertigt und auf einem Markt verkauft, gibt es auch nicht allzu oft.

    Arbeit – auch Erwerbsarbeit genannt – kann man auf eigenes Risiko erledigen, oder als Angestellter eines Unternehmers. Der Betreiber des Vergnügungsparks wäre so einer, er hat den Erschrecker angestellt und bezahlt ihn für seine Arbeit. In einem Arbeitsvertrag, den sie beide unterschreiben, wird alles schriftlich festgehalten.

    Der Arbeitnehmer, also derjenige, der für ihn arbeitet, ist dann aufgrund des Arbeitsvertrages zur Arbeitsleistung verpflichtet. Und der Arbeitgeber – dir sicherlich eher bekannt als "Chef" oder "Chefin" –

    sagt dem Arbeitnehmer, wie dieser die Arbeit aufzuführen hat: also worum es inhaltlich geht, an welchem Ort sie stattfindet, wie lange sie dauert und zu welchem Zeitpunkt gearbeitet werden soll.

    Bei der selbstständigen Arbeit – auch Selbstständigkeit genannt – ist es anders. Der Beschäftigte ist frei in der Bestimmung über Arbeitsinhalt, Arbeitsort und Arbeitsdauer und -zeit. Die schon erwähnte Kunsthandwerkerin hat zum Beispiel keinen Chef. Sie ist sozusagen ihre eigene Chefin, und deshalb selbst verantwortlich für ihre Arbeit.

    Doch ganz gleich, ob man als Unternehmer oder als Angestellter arbeiten will: Man muss sich darum kümmern, dass einer das auch haben will, was man anzubieten hat. Wer möglichst viel gelernt hat, und fleißig ist, hat also mehr Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

    Ob man sich lieber als abhängig Beschäftigter oder als Selbstständiger in die Arbeitswelt begibt, hängt von ganz verschiedenen Dingen ab – das muss Jeder selbst entscheiden.

    Vielleicht hast du dir auch schon Gedanken darüber gemacht, mit welcher Tätigkeit du später Geld verdienen möchtest. Zum Glück bleibt dir noch viel Zeit, zu erkunden, was dich ernsthaft interessiert.

  • Video: Was hat ein Baum mit Wirtschaft zu tun? – Wirtschaftszweige (2006 n.Chr.)

    Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der alle Menschen Bäcker sind und es ausschließlich Brötchen zu kaufen gibt. Du wohnst in einem Haus aus Brötchen, Morgens, Mittags und Abends gibt es Brötchen zu Essen – und deine Eltern fahren mit einem Brötchenauto durch die Gegend, denn die haben eine tolle Knautschzone...

    Denkst du jetzt, was soll der Quatsch?! Richtig: Der Körper braucht mehr als Brötchen, um gesund zu bleiben, Häuser aus Brötchen sind nicht wetterfest, und: Brötchen können gar nicht fahren....

    Doch an diesem Beispiel wirst du erkennen, dass es wichtig ist, dass Menschen die unterschiedlichsten Dinge können, also herstellen oder leisten können – wenn es darum geht, dass der Mensch ausreichend versorgt ist.

    Schon vor Jahrtausenden, als die Menschen noch nicht mit Geld gehandelt haben, kam es ihnen zugute, dass jeder etwas anderes konnte oder anzubieten hatte.

    Denn sie tauschten untereinander. Aber nicht immer passte das Angebotene zueinander. Deshalb einigten sich die Menschen auf eine gemeinsame Währung und tauschten Ware-gegen-Geld.

    Auch wenn Tauschen viel Spaß macht – wie bei Tausch-dich-fit – ist Tauschen mit Geld einfacher. Ein Beispiel: Der Hufschmied bekommt für seine Arbeit Geld. Das kann er dann in alles Mögliche eintauschen, was er nicht selbst machen kann oder möchte. Er kann es für alles ausgeben, was er zum Leben benötigt oder einfach haben möchte.

    Die Dinge, die der Mensch zur Abdeckung seines Bedarfs oder zur Befriedigung seiner Bedürfnisse braucht, heißen "Güter". Damit sind alle Dinge gemeint, die anzufassen sind: "Kleidung", "Lebensmittel", "Seife" oder "Autos" zum Beispiel.

    Aber auch das, was andere für uns tun, ist damit gemeint. Also Leistungen, die uns Menschen dienen. Sie heißen: Dienstleistungen. Der Müllfahrer ist ein Dienstleister oder die Postzustellerin, die dir Briefe und Pakete bringt, wenn du Geburtstag hast.

    Immer wenn es um hergestellte Güter oder um Dienstleistungen geht, spricht man von Wirtschaft. Wirtschaft ist der Gesellschaftsbereich, in dem es hauptsächlich um Produktion von Waren, Dienstleistungen, Handel, Arbeit, Steuern und Geld geht.

    Die Wirtschaft kann man in einzelne Bereiche aufteilen. Vielleicht hast du schon einmal den Begriff "Wirtschaftszweig" gehört. Es wird auch von "Branche" gesprochen. "Branche" ist ein französisches Wort, übersetzt heißt es "Ast". Das klingt eher nach Baum oder nach Natur, warum?!

    Stell dir die Wirtschaft als Stamm vor, von dem aus sich verschiedene Wirtschaftszweige abspalten, besser gesagt: verzweigen. Es gibt Menschen, bzw. Unternehmen, die ähnliche Waren herstellen oder ähnliche Dienstleistungen ausführen. Und die werden zusammengefasst zu einem "Wirtschaftszweig".

    Ein einfaches Beispiel ist die Lebensmittelbranche. Ein Unternehmen, das Marmelade herstellt gehört ihr genauso an, wie eines, das Fischstäbchen oder Müsli herstellt. Auch der Supermarkt, der die Ware hinterher verkauft, also mit ihr handelt – oder der Kassierer gehören dazu. Jeder, der bei der Arbeit mit Lebensmittel zu tun hat, ist in der Lebensmittelbranche tätig.

    Es gibt sehr viele unterschiedliche Wirtschaftszweige. Wenn du dich näher mit dem Thema Wirtschaft beschäftigst, wirst du sie vielleicht erkennen.

  • Video: Zusammen sind wir stark – Die Hanse (1200 n.Chr.)

    Auf der Autobahn hast du sicherlich schon einmal aus Langeweile Autokennzeichen studiert. Die meisten kann man gut erraten. Zum Beispiel L für Leipzig. Aber es gibt auch welche, die ein "H" vor dem Anfangsbuchstaben haben...

    Das "H" steht für den Begriff "Hansestadt". Die Hanse war eine Handelsvereinigung, die vom 13.-16. Jahrhundert bestand. Damals taten sich Kaufleute und Handelsstädte zusammen, um ihre Interessen im In- und Ausland besser vertreten zu können.

    Weit über 100 Städte des nördlichen Europas gehörten zur Hanse – allerdings nur Städte, in denen niederdeutsche Kaufleute bei wichtigen Entscheidungen, die die Stadt betrafen, mitbestimmen durften. Die bedeutendste deutsche Hansestadt war Lübeck, sie wurde "Königin der Hanse" genannt.

    Von ihren Heimatstädten aus fuhren die Kaufleute über Nord- und Ostsee in die Länder, in denen sie Handel trieben. Sie konzentrierten sich auf den "Seehandel". Die wichtigste Handelsroute verlief entlang der Linie Nowgorod - Reval - Lübeck - Hamburg – London oder Brügge.

    Der wichtigste Schiffstyp für den Hanse-Handel war zunächst die Kogge. Sie war 20-30 Meter lang, hatte einen breiten Rumpf und einen Mast mit einem Rahsegel. Die Kogge war so gebaut dass sie große Frachten tragen konnte.

    Auch wenn die Schiffe relativ sicher waren, blieb der Handel ein mutiges Vorhaben. Die Schiffe waren voll beladen mit wertvollen Waren, die auch bei Seeräubern sehr begehrt waren. Einzelne Schiffe ließen sich für sie leicht überfallen und ausrauben.

    Dieses Problem lösten die Kaufleute in dem sie sich zusammentaten, nach dem Motto "zusammen sind wir stark". Sie fuhren in Gruppen oder Scharen, die altdeutsche Bezeichnung dafür war "Hansa". Jetzt weißt du, wie der Name zustande kam.

    Doch womit handelten sie? Aus den nördlichen und östlichen Ländern brachten sie Pelze, Wachs, Getreide, Holz, Fisch, Flachs, Hanf und Teer mit. Im Gegenzug verkauften die Handelsleute Fertigprodukte aus dem Westen und Süden Europas wie zum Beispiel Metallwaren, insbesondere Waffen, sowie Tuche und Gewürze.

    Für die Kaufleute war die Pflege ihrer ausländischen Handelsbeziehungen ganz wichtig. In einigen Städten errichteten sie eigene Handelsniederlassungen, auch Kontore genannt. Hier konnten sie ihre Waren sicher lagern, Quartier finden und vor Ort Geschäfte machen.

    Die Hanse-Kaufleute waren gern gesehen im Ausland, sie brachten seltene Waren, regten den Handel an und konnten an Fürsten und Könige Geld verleihen. Ihnen wurden deshalb Sonderrechte eingeräumt, sie durften geringere Gebühren zahlen als andere Kaufleute und sie standen dafür unter dem Schutz des jeweiligen Herrschers.

  • Video: Wie alles ineinander greift (2008 n.Chr.)

    In unserem Land sind alle daran interessiert, dass die Menschen satt sind, ein Dach über dem Kopf haben, arbeiten gehen und zufrieden sind. Bei fast 82 Millionen Menschen muss das gut organisiert sein. Im Großen und Ganzen funktioniert es auch. Aber wie?

    Es findet ein ständiger Austausch statt. Auf der einen Seite sind die, die etwas verkaufen oder produzieren, auf der anderen sind die, die es kaufen. Alle Beteiligten haben bestimmte Aufgaben, die ineinandergreifen oder sich ergänzen, damit dieses System funktioniert.

    In der Wirtschaft heißt es „Wirtschaftskreislauf“. Der Wirtschaftskreislauf veranschaulicht dir, wie die Beteiligten zueinander stehen; du siehst was sie machen und welche Verbindungen zwischen ihnen bestehen.

    Das klingt alles ziemlich kompliziert. Ist es aber eigentlich gar nicht. Damit du das erkennst, fangen wir erstmal bei dir an. Du spielst nämlich auch eine Rolle bei dem Ganzen. Du – und die diejenigen, mit denen du zusammenlebst – gehören zu den sogenannten privaten Haushalten. Damit sind alle Leute in einem Land gemeint, die zusammen leben und sich zusammen versorgen.

    Gemeint sind aber auch Ein-Personen-Haushalte. Zum Beispiel die junge Frau mit dem Hund, von nebenan, die für sich allein sorgt. Oh, stimmt, den Hund haben wir vergessen... um den kümmert sie sich auch.

    Jetzt aber zurück zu den Menschen: Die finden beim Staat oder bei Unternehmen – auch Firma oder Betrieb genannt – eine Arbeit. Dafür werden sie bezahlt.

    An den Staat müssen sie einen Teil des verdienten Geldes abgeben, es heißt: sie zahlen Steuern. Und von den Unternehmen kaufen sie wiederum, was sie zum Leben brauchen. Wer gerade keine Arbeit hat erhält vom Staat Unterstützung.

    So, nun sind doch alle versorgt, denkst du vielleicht. Aber wir müssen noch die anderen unter die Lupe nehmen, die in dem Wirtschaftskreislauf vorkommen.

    Was ist denn die Aufgabe der Unternehmen? Sie sind für die Herstellung von Produkten oder Service- und Dienstleistungen zuständig.

    Um diese Leistungen zu erbringen, stellen sie Arbeitsplätze zur Verfügung, das heißt sie beschäftigen Mitarbeiter und zahlen ihnen einen Lohn für ihre Arbeit.

    Wenn das Unternehmen gut läuft erzielt es Gewinne – es hat auf jeden Fall Einnahmen. Von ihnen geht wieder ein Teil an den Staat.

    Und jetzt das Ganze nochmal kurz zusammengefasst: Die Wirtschaft besteht sozusagen aus zwei Mannschaften: den privaten Haushalten und den Unternehmen, die nicht gegeneinander spielen, sondern miteinander.

    Die Unternehmen stellen Arbeitsplätze und Produkte oder Dienstleistungen zur Verfügung und die privaten Haushalte stellen den Unternehmen ihre Arbeitskraft zur Verfügung.

    Dafür erhalten sie ein Einkommen und versorgen sich darüber mit Lebensmitteln und Kleidung, zahlen eine Miete oder kaufen ein Haus.

    Wenn es zwei Mannschaften gibt, sollte es doch auch einen Schiedsrichter geben, wirst du vielleicht denken. Richtig, der Staat ist der Schiedsrichter auf dem Spielfeld.

    Er passt nämlich auf, dass alle Wirtschaftsvorgänge nach fairen Regeln ablaufen und er kümmert sich um die Menschen, die vielleicht gerade keine Arbeit haben.

    Der Staat sorgt für Sicherheit und stellt Dinge, die wir im täglichen Leben kaum wahrnehmen, wie beispielsweise Spielplätze, Schulen oder Museen, zur Verfügung.

    Das Geld dafür hat er von den privaten Haushalten und den Unternehmen bekommen. Apropos Wahrnehmen: ist dir aufgefallen, dass die Sache mit dem Wirtschaftskreislauf doch gar nicht so kompliziert ist?!

  • Vom Nomadentum zur Landwirtschaft (10000 v.Chr.)

    Am Anfang waren die Menschen Jäger und Sammler.

    Die Neolithische Revolution
    Jäger und Sammler

    Sicher weißt du, dass die ersten Menschen keine Häuser hatten. Sie waren nämlich Nomaden und zogen von einem Ort zum anderen. Sie ernährten sich von Tieren, die sie jagten, und von Pflanzen, die sie sammelten. Sie lebten, wie man so sagt „von der Hand in den Mund“. Dieses Leben war beschwerlich, weil die Menschen immer darauf angewiesen waren, was die Natur ihnen gerade anbot. Wenn es beispielsweise einen langen Winter gab, in dem sie keine Tiere jagen konnten und es noch keine Pflanzen gab, starben viele Menschen. Doch das änderte sich plötzlich:

    Das erste Haustier des Menschen war der Hund

    In der Jungsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren erfanden die Menschen die Landwirtschaft. Die Forscher haben verschiedene Ideen, wie es dazu kam. Eine davon ist sehr lustig: Vielleicht war es so, dass die Menschen feststellten, dass immer an den Stellen auf der Erde, wo sie auf Toilette gegangen sind, irgendwann Getreide wuchs. (Natürlich gab es damals Toiletten, wie wir sie heute kennen, nicht, und der Mensch suchte sich lediglich eine Ecke im Freien dafür). Und das Getreide wuchs genau da, wo sie den unverdauten Samen, den sie in Form von wildem Getreide gegessen hatten, ausgeschieden hatten. Darum begannen sie, den Samen bewusst zu sammeln und anzupflanzen.

    Das war der Startschuss für die Landwirtschaft. Jetzt züchteten sich die Menschen bewusst essbare Pflanzen und sie begannen auch, die wilden Tiere zu zähmen. Sie machten sie zu Haustieren. Man spricht vom „Domestizieren“. In diesem Wort steckt das lateinische Wort „Domus“ für „Haus“. Das erste Haustier des Menschen war der Hund. Etwas später kamen dann das Rind, das Schaf und die Ziege dazu.

    Dörfer und erster Handel

    Mit der Landwirtschaft wurden die Menschen sesshaft. Sie bauten sich Häuser und die ersten Dörfer entstanden. Der Mensch legte zum ersten Mal auch Vorräte für schlechte Zeiten an. Weil die Menschen plötzlich manchmal sogar mehr hatten, als sie selbst verbrauchten, konnten sie nun auch mit diesem „Mehr“ handeln. Handel machte dann Sinn, wenn es etwas bei einem Dorf gab, was es in dem anderen nicht gab. Und so entwickelten die Menschen durch den Handel Kontakte über ihren Stamm hinaus. Sie tauschten sich mit anderen Menschen aus. Sie wurden unabhängiger und begannen zu reisen. Auch die Arbeit teilten sie untereinander auf. Manche arbeiteten auf den Feldern, andere gingen jagen und wieder andere stellten Gefäße her, um die Vorräte aufzubewahren.

    Haben die Menschen in der Jungsteinzeit, also vor 10.000 Jahren, schon Käse gegessen?

    Um Vorräte anlegen und damit handeln zu können, mussten die Menschen neue Verfahren entwickeln, mit denen sie Nahrungsmittel haltbar machen konnten. Mit Käse beispielsweise konnte Milch haltbar gemacht werden konnten. Wahrscheinlich wurde der Käse per Zufall entdeckt: Milch stand in der Nähe von Feuer und fing durch die Wärme an zu gerinnen, d.h. sie wurde fest, weil alle Flüssigkeit entwichen ist, und das war dann der erste Käse.

    Weil all diese Veränderungen in der Menschheitsgeschichte ein fundamentaler Einschnitt war, sprechen manche Forscher von einer wahren Revolution, der sie den Namen „Neolithische Revolution“ gaben. Begonnen hat sie vor ca. 10.000 Jahren in dem Gebiet, wo heute die Türkei, Israel/Palästina, Jordanien, Libanon, Syrien, der Irak und der Iran liegen. Bis 5000 v.Chr. lebten in Deutschland die Menschen aber weiterhin als Jäger und Sammler. (3)

    Mit der Neolithischen Revolution, die in der Jungsteinzeit vor etwa 10.000 Jahre stattfand, wurden die Menschen zu Bauern. Doch davor waren sie jahrtausendelang Jäger und Sammler. In dieser Höhlen-
    malerei haben sie sich selbst als Jäger dargestellt. (9)

    Mit der Neolithischen Revolution wurden die Menschen sesshaft und gründeten Dörfer. Skara Brae heißt ein Dorf auf Orkney in Schottland; es gilt als die besterhaltene jungsteinzeitliche Siedlung in Europa. (8)

    Die Kunst der Jungsteinzeit beschränkte sich auf kleine Steinskulpturen, die meistens Frauen darstellten. Die hier abgebildete Zeichnung der Steinskulptur der Venus von Langenzersdorf ist vor 4825 v.Chr. aus Ton gebrannt worden. (1)

  • Die ersten Münzen (700 v.Chr.)

    Lydische Münzen (23)

    Ich bin doch nicht Krösus!

    In Lydien, einem kleinen Staat in der heutigen Türkei, wurden 700 Jahre v.Chr. die ersten Münzen geprägt. Bis dahin hatten die Menschen mit Metallstücken gehandelt, deren Wert vom jeweiligen Gewicht abhing. Deshalb wurden sie auf eine Waage gelegt. Die Lydier dachten sich dann etwas Besseres aus, was viel praktischer war: Die Münzen erhielten auf der einen Seite ein Bild des Königs und auf der anderen Seite war der jeweilige Wert des Geldstück zu sehen. So konnte man sich das Abwiegen sparen.

    Ihr kennt sicherlich die Redensart „Ich bin doch nicht Krösus!“ Dieser Spruch soll ausdrücken, dass jemand wenig Geld hat oder nicht so viel, dass er es sich eine teure Sache leisten könnte. Diese Redensart geht auf den Lyderkönig Krösus zurück, der tatsächlich sehr viel Geld hatte. Seine Schätze bezog König Krösus aus dem natürlichen Rohstoffreichtum Kleinasiens; Rohstoffe sind zum Beispiel Gold oder Silber, die unter der Erde lagern. Aus dem Fluss Paktolos und in den Bergwerken gewann Krösus pures Gold.

    Außerdem mussten die Menschen der von ihm eroberten griechischen Städte Tributzahlungen leisten; Tributzahlungen sind Abgaben, also Gelder, die die schwächeren, im Kampf unterlegenen Völker an die stärkeren, also die, die im Kampf überlegen waren, leisten mussten. Auch die Steuerleistungen aus Wirtschaft und Handel vermehrten seinen Reichtum. Nun denkt ihr wahrscheinlich, dass Krösus sehr viel Geld hatte. Das stimmt zwar, aber im Vergleich zu den persischen Königen der damaligen Zeit war sein Vermögen gar nicht so groß. Alle dachten aber, dass der König Krösus unendlich reich war. Wie kam es zu diesem Gerücht?

    Nun, die Lydier hatten ja das gemünzte Geld erfunden. In der damaligen Welt erweckten die mit dem Siegel des Königs versehenen Münzen den Eindruck großen Reichtums. Und tatsächlich: Durch die Verbreitung der noch neuartigen Münzen wurde sein Reichtum wirklich sagenhaft.

    Um die zwei Millionen dieser Joachimstaler sollen im 16. Jahrhundert im Umlauf gewesen sein. (21)

    Der Münzschläger hämmert die Motive mit einem Prägestempel in die Münzen ein. (29)

  • Natural- und Warengeld (5000 v.Chr.)

    In Afrika und in Ost- und Südindien zahlten die Menschen mit der Kaurimuschel.

    Eine Muschel wiegt weniger als ein Schaf

    Früher, in der Steinzeit, als die Menschen Jäger und Sammler waren und durch die Wälder zogen, gab es so etwas wie Geld gar nicht. Die Menschen lebten von der Hand in den Mund und halfen sich gegenseitig. Wenn zum Beispiel jemand ein Fell benötigte und einen anderen fand, der sein selbst gefertigtes Werkzeug gebrauchen konnte, dann tauschten sie einfach die Dinge untereinander. Und weil es sich um Naturalien oder auch Waren handelte, nannte man das Naturaltauschwirtschaft.

    Vielleicht wirst du denken, dass es ja so etwas Ähnliches wie Tausch-dich-fit war. Das stimmt, das Prinzip ist das Gleiche. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied, denn damals gab es das Internet mit all seinen Möglichkeiten noch nicht. Dadurch hast du gegenüber dem Steinzeitmenschen viele Vorteile. Über das Internet kannst du dir auf einfache Weise einen Tauschpartner in ganz Deutschland suchen. Ob du einfach nur stöberst oder ganz gezielt nach Dingen suchst, die du magst, du hast sofort ein großes Angebot und kannst im Profil gleich sehen, was derjenige für seinen Tausch haben möchte.

    Für die Menschen damals brachte das Tauschprinzip allerdings ein paar Schwierigkeiten mit sich. Es war oft nicht so einfach, jemanden zu finden, der genau das benötigte, was man anzubieten hatte. Man konnte ja schließlich nur mit den Menschen in seiner direkten Umgebung tauschen. Auch das Transportieren der Dinge war beschwerlich. Und dann gab es natürlich Waren, die man gar nicht so einfach teilen konnte oder die leicht verderblich waren.

    Ein Tausch konnte auch im Streit enden, weil die Menschen sich nicht über den Wert der Waren einigen konnten. Aus diesem Grunde fingen die Menschen an, sogenannte Zwischentauschmittel – das Natural- und Warengeld – zu verwenden. Das war der erste Schritt auf dem Weg zum heutigen Geld. Das Geld damals sah jedoch ganz anders aus. Die Menschen verwendeten die unglaublichsten Gebrauchs- und Schmuckgegenstände wie zum Beispiel Beile, Steine, Muscheln und Perlen. Auch Seide, Baumwolle und Felle dienten als Zwischentauschmittel.

    Nun stell dir mal vor, du hättest heute statt ein Paar Euromünzen Kakao, Mandeln, Salz oder Zucker dabei, um im Geschäft zu bezahlen. Klingt komisch? Für die Menschen früher war es auf jeden Fall eine tolle Sache, die das Tauschen, also das Handeln, wesentlich erleichterte.

    In der Steinzeit gab es noch keinen Kaufhandel. Die Menschen tauschten Ware-gegen-Ware. Zum Beispiel vier Speere gegen ein Schaf.

  • Die Sumerer entwickelten die Keilschrift (5020 v.Chr.)

    Tontafel mit sumerischer Keilschrift, ca. 2600 v.Chr.

    Die Geschichte der Sumerer begann vor etwa 4.000 Jahren in Sumer, einem Land im damaligen Mesopotamien, dem heutigen Irak. Es waren Kaufleute, die viel herumreisten und an fremden Orten mit fremden Menschen handelten und sie mussten sich auf diese verlassen können. Schließlich ging es ja um wichtige Geschäfte. Um dies zu gewährleisten, setzten die Menschen Verträge auf, in denen die Leistungen und Gegenleistungen genau festgelegt wurden.

    Um aber einen Vertrag überhaupt abschließen zu können, mussten sie schreiben können. Die Sumerer waren die ersten Menschen überhaupt, die eine Schrift entwickelten. Geschrieben wurde, indem man mit einem Schreibgriffel Formen in weichen Ton drückte. Weil diese keilförmig aussahen, nannte man die Schrift Keilschrift. Auf einer der ältesten Tontafeln mit dieser Schrift findet man übrigens bereits das Wort Kaufmann.
  • Die Phönizier (1500 v.Chr.)

    Sah so ein Phönizier aus? Jedenfalls wurde dieser Kopf eines Mannes mit Bart in Karthago, einer der wichtigsten Kolonien Phöniziens, gefunden. Gemacht wurde er aus Glas.

    Größtes Händler- und Seefahrervolk des Altertums
    Die Herren des Mittelmeerhandels

    Die Phönizier siedelten an der Küste des heutigen Libanons. Sie waren wahrscheinlich das größte Händler- und Seefahrervolk des Altertums im Mittelmeerraum. Sie lebten nicht mehr von der Landwirtschaft, sondern vom Handel. Und den betrieben sie richtig international. So handelten sie mit Edelmetallen aus Afrika und Europa, mit Papyrus aus Ägypten und mit Seide und Gewürzen von den Karawanenstraßen.

    Aus ihrem eigenen Land exportierten, also verkauften, sie das berühmte Zedernholz – vor allem nach Ägypten. Das Zedernholz wurde von den Pharaonen sehr geschätzt: Wegen der Mächtigkeit der Stämme und der Härte des Holzes und weil man es leicht bearbeiten konnte, ließen die Pharaonen die Zedern für ihre Gräber, Paläste und Tempeldächer verwenden. Auch für ihre Schiffe brauchten sie das Holz.

    Das Zedernöl und Harz nutzten sie für die Mumifizierung; eine Mumifizierung ist, wie du sicherlich weißt, etwas, was die Menschen damals mit ihren Verstorbenen machten – diese wurden mit dem Zedernöl einbalsamiert und mit vielen Binden umwickelt, so dass man noch heute, nach vielen tausend Jahren, diese Mumien betrachten kann und ein wenig erkennen kann, wie diese Menschen einmal ausgesehen haben.

    Außerdem konnte man aus Zedernholz auch Teer machen. Und den wiederum brauchte man in diesen Zeiten, um zum Beispiel damit die Schiffe abzudichten.

    Eine Schnecke, die reich macht

    Die Phönizier waren auch berühmt für ihre kostbaren purpurgefärbten Stoffe. Das rote Purpur war damals eine königliche Farbe. Quelle des Purpurs war die Purpurschnecke. Der rote Farbstoff machte die Phönizier reich. Manche Wissenschaftler meinen sogar, dass der Name „Phönizier“ übersetzt „rote Menschen“ heißt.

    Die Phönizier entwickelten aber noch etwas anderes, was für die Geschichte der Menschheit extrem wichtig war: Sie erfanden als Erste eine Buchstabenschrift.

    Die Phönizier entwickelten etwas, was für die Geschichte der Menschheit extrem wichtig war: Sie erfanden als Erste eine Buchstabenschrift. (10)

    Obwohl die Phönizier den Kompass noch nicht kannten, beherrschten sie schon bald das gesamte Mittelmeer. Hier siehst du die phönizischen Handelsrouten, die bis in den Atlantik hineinreichten.

    Einer der berühmtesten Phönizier war Hannibal. Als einer der größten Feldherren der Antike hielt er über Jahrzehnte die Römer in Schach.

    Die Phönizier benutzten vermutlich dieses Kriegsschiff, das man Diere nannte. Hier passten 130 Leute drauf. (27)

    Die Phönizier waren berühmt für ihre purpurgefärbten Stoffe. Das rote Purpur war damals eine königliche Farbe. Quelle des Purpurs war die Purpurschnecke. Der Purpurfarbstoff machte die Phönizier reich. (11)

  • Die Griechische Welt (500 v.Chr.)

    Die Akropolis, das berühmte Wahrzeichen von Athen. Zunächst ein Burgberg, wurde dieser später mit Tempeln zu einem Sitz der Götter ausgebaut.

    Als das Abendland sein Fundament fand (500–336 v.Chr.)
    Die Athener denken als Erste über das Privateigentum nach

    In Athen, im antiken Griechenland, wurde die Demokratie erfunden; eine Demokratie bedeutet dass alle Menschen eines Volkes das Recht haben, zu bestimmen, wer sie regieren und wie regiert werden soll. Die Athener waren freie Bürger mit politischen Rechten und Pflichten. Gemeinsam bestimmten sie, was in ihrer Stadt passierte. Keinerlei Rechte in Athen hatten damals allerdings die Frauen und die Sklaven. Sie zählten damals nicht zu den Bürgern.

    Die Athener liebten das Privateigentum an Grund und Boden. Das hatte sicherlich damit zu tun, dass die Menschen zum größten Teil noch von der Landwirtschaft lebten. Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, hatten sie kein Privateigentum. Alles gehörte allen. Noch heute gibt es Naturvölker, bei denen dies so ist. Aber bereits mit dem Beginn der Landwirtschaft entwickelte sich die Idee des Eigentums und des Privaten. Da teilte man ein Stück Land vom Ganzen für sich ab und bearbeitete es, wie man es wollte. Das Wort „privat“ kommt übrigens aus dem Lateinischen von „privatus“. Das heißt berauben und absondern. Schon bei den Sumerern, also 4000 v.Chr., muss es Privateigentum gegeben haben. Aber erst in Athen haben die Menschen über das Privateigentum und dessen Vorteile bewusst nachgedacht.

    Treibt Eigentum die Wirtschaft an?

    Wenn jeder Eigentum hat und für dieses sorgen darf, dann – so vertreten viele die Meinung – entwickeln die Menschen meist auch Ehrgeiz. Denn sie wollen das schützen und vermehren, was ihnen gehört. Und so denken manche, dass Eigentum die Wirtschaft anfeuert.

    Zu dieser Überzeugung jedenfalls kam auch schon der große Athener Philosoph Aristoteles der damals (384–322 v.Chr.) im antiken Griechenland lebte und sogar heute noch für die Menschheit von großer Bedeutung ist. (Als einen Philosophen bezeichnet man jemanden, dessen Aufgabe es ist, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen und darüber schreibt er dann in seinen Schriften, so dass es alle Menschen lesen können und ihre eigene Welt, ihr Handeln und Tun besser verstehen können.) Und dieser Aristoteles war ein großer Befürworter des Privateigentums, d.h. er war jemand, der das gut und richtig fand, wenn alle Menschen etwas Eigenes besitzen. Und so sagte er damals schon: „Wenn jeder für das Seinige sorgt, werden keine Anklagen gegeneinander erhoben werden, und man wird mehr vorankommen, da jeder am Eigenen arbeitet.“ (aus: Aristoteles, Politik, übersetzt von Olof Gigon, München 1978, Zweites Buch, 5. Kapitel [1263 a 27 f.])

    Und tatsächlich: Dass die Athener so frei in ihren Entscheidungen waren, war auch für die Wirtschaft sehr gut. Sie lief prächtig. Die Menschen in Athen waren sehr wohlhabend.

    Ohne Sklaven lief gar nichts

    Was man allerdings nicht vergessen darf: In Athen mussten die Sklaven alle Arbeiten verrichten! Dies gilt übrigens für alle antiken Reiche, also auch für Ägypten, für die Sumerer und für die Römer. Sklaven waren meist Kriegsgefangene. Wenn ein Staat einen Krieg gewonnen hatte, wurden die Gefangenen als Sklaven verkauft. Die Sklaven verrichten jede Form von Arbeit. Sie waren Handwerker, Köche, Diener, Händler, aber auch Lehrer und Verwalter. Arbeit galt unter den freien Bürgern Athens oder Roms als uncool.

    Der Athener Aristoteles (384–322 v.Chr.) gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte.

    Der Grieche Homer ist der erste Dichter der Welt. Er hat die Geschichten zu „Odyssee“ und der „Ilias“, die ca. 800 v.Chr. entstanden sind, aufgeschrieben. Sie erzählen von damals geführten Kriegen und es sind die ersten Erzählungen von Erlebnissen, was den Menschen widerfahren ist.

    Die Griechen waren berühmt für ihre Vasenmalerei. Hier ein Boxer mit seinem Trainer. Die Griechen belieferten den Mittelmeerraum mit diesen Töpferwaren. (2)

  • Das römische Reich (27 v.Chr.)

    Dies ist das Forum Romanum in Rom. Es wurde meist in der Mitte einer Stadt erbaut und war das Zentrum des politischen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Lebens. (12)

    Pax Romana (27 v.Chr.–180 n.Chr.)
    Rom – das Zentrum der antiken Welt

    Der römische Kaiser Augustus war von 27. v.Chr. Alleinherrscher des römischen Reichs. Er hatte es geschafft, alle Gebiete rund um das Mittelmeer zu erobern. Alles stand nun unter römischer Herrschaft. Zugleich schuf Augustus damit einen riesigen Handelsraum – mit Rom als Zentrum der antiken Welt. Hier konnte man alles kaufen, was man wollte.

    Die wichtigste Neuerung der Römer bestand darin, dass sie in ihrem Riesenreich erstmalig ein System mit einheitlichen Gesetzen, Maßen und Gewichten schafften. Außerdem wurde überall auch mit dem gleichen Geld bezahlt. Diese Vereinheitlichung brachte dem Handel enorme Vorteile, denn beim Handeln ist es natürlich sehr hilfreich, wenn man Äpfel nicht mit Birnen vergleicht, sondern stattdessen mit vergleichbaren Werten und Bedingungen arbeitet.

    Straßen und Städte

    Eine andere wichtige Erleichterung für den Handel war das riesige Straßennetz der Römer. Alle Straßen zusammen waren 90.000 Kilometer lang. Zum Vergleich: Man könnte also 90 Mal durch ganz Deutschland fahren. Die Straßen erleichterten den Transport der Waren und sie verbanden die vielen neuen Städte, die im ganzen Reich gegründet wurden. Viele dieser Städte entwickelten sich zu blühenden Handelsstädten; blühende Handelsstädte kann man so verstehen, dass dort ein sehr lebhafter und für alle Menschen vorteilhafter Handel mit Waren in allen Richtungen stattfand.

    Auch in Deutschland wurden viele Städte von den Römern gegründet. Trier, die älteste Stadt Deutschlands, gehört ebenso dazu wie Köln, Augsburg und Regensburg. Die Römer brachten den Wein nach Deutschland, die Kirsche ebenso wie den Pfirsich und den Rettich. Die Waren wurden zumeist in Amphoren, also großen Krügen, transportiert.

    Das römische Recht

    Die Grundlage für den blühenden Handel bildete das römische Recht. Es regelte die Beziehungen der Bürger untereinander ( Privatrecht) und die Beziehungen der Bürger zum Staat ( Öffentliches Recht). In ihm wurde aber auch genau festgelegt, welche Taten als Verbrechen angesehen wurden und mit welchen Strafen man rechnen musste, wenn man sie beging. Der Staat setzte diese Gesetze durch. Unser heutiges Rechtssystem basiert in vielen Bereichen noch auf diesem römischen Recht. Als 476 n.Chr. das römische Reich unterging, also aufhörte zu existieren, zerfiel auch sehr bald der Fernhandel am Mittelmeer und in Europa.

    Nach der Eroberung durch den Kaiser Trajan 117 n.Chr. hatte Rom seine größte Ausdehnung.

    Die Römer breiteten sich überall in Europa aus und brachten ihre Kultur mit. Sie gründeten auch in Deutschland viele Städte wie z.B. Trier. Hier kannst du noch heute die Porta Nigra, das ist Lateinisch für Schwarzes Tor, das ehemalige römische Stadttor und heutiges Wahrzeichen der Stadt, bewundern.

    In den alten Sagen heißt es, die Zwillinge Romulus und Remus hätten die Stadt Rom gegründet. Die Kinder des Kriegsgottes Mars wurden in der Wildnis ausgesetzt und zunächst von einer Wölfin gesäugt.

  • Seidenhandel (139 v.Chr.)

    Ein europäischer Händler an der Seidenstraße in den Augen eines chinesischen Künstlers. Die Figur ist im 7. Jhr. nach Chr. entstanden.

    Die Seidenstraße

    Warum wurde denn eine Straße nach einem kostbaren Stoff benannt? Nun, weil auf dieser Straße Seide von China nach Europa transportiert wurde. Und das kam so:

    Seide wurde bereits 4500 v.Chr. in China gewonnen. Deswegen nannte man China auch lange das „Land der Seide“. Dort gab es Seide im Überfluss. Die Chinesen waren nämlich die Einzigen, die wussten, wie man Seide herstellt: und zwar aus dem Faden, den die Seidenraupe spinnt.

    In Europa aber blieb das Geheimnis ihrer Herkunft lange unentdeckt. Die Europäer mussten aus diesem Grund die Seide in China kaufen und in den Westen transportieren lassen. Diese Transportwege nannte man auch Karawanenroute, weil in langen Karawanen, das heißt so viel wie Reisegesellschaften, die von einem Ort etwas an einen anderen transportierten, und in unserem Fall hier wurde immer Seide transportiert und deswegen hieß diese Reiseroute die Seidenstraße.

    Die Seidenstraße war 7.000 km lang

    Die Seidenstraße bezeichnet also einen Handelsweg, der von China bis in den Mittelmeerraum verlief und der Asien mit Europa verband. Sie war 7.000 km lang und ihr Endpunkt war die alte chinesische Hauptstadt Sian. Die Seidenstraße war eine extrem gefährliche Strecke. Sie führte in großen Teilen durch eine Wüste, umgeben von den höchsten Gebirgsketten der Erde. Das Klima war rau, die Temperaturunterschiede extrem und Sandstürme häufig. Kein Kaufmann konnte die Strecke in einem Rutsch bewältigen. Um Pausen machen zu können, gab es Herbergen, heute würde man dazu Hotels sagen, entlang des Weges. Nach und nach entwickelten sich dann an manchen Kreuzungspunkten, wo diese Herbergen standen, ganze Städte, in denen auch wieder Handel mit allem Möglichen betrieben wurde.

    Begründer der Seidenstraße

    Als Begründer der Seidenstraße gilt für die Chinesen ein Mann namens Zhan Qian. Im Jahr 139 v.Chr. bricht er als chinesischer Gesandter des Kaisers nach Westen auf. Eigentlich ist er auf der Suche nach militärischen Partnern, die helfen sollen, China gegen die Angriffe eines Steppenvolkes unterstützen. Aber statt Verbündete zu finden, bringt er dem Kaiser viele interessante Informationen über den Westen mit. Der Kaiser wird neugierig und schon bald werden die ersten Handelskontakte geknüpft. Circa 100 v.Chr. wird dann die erste Seide nach Westasien verkauft.

    Die Seidenstraße verbindet den Westen mit dem Osten

    Über die Seidenstraße gelangten neben den kostbaren Ballen von Seide auch Gewürze nach Europa. Aus Europa in Richtung China hingegen wurden Gold, Edelsteine, Pelze und Keramik transportiert. Die Seidenstraße verband also den Westen (ein anderes Wort dafür ist Okzident, das kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Westen oder das Abendland) mit dem Osten (und hier ist ein anderes Wort dafür Orient und dies bedeutet Osten oder auch das Morgenland – von den Begriffen Abendland und Morgenland hast du bestimmt schon einmal in den Geschichten von „Aladdin und die Wunderlampe“ aus den berühmten „Märchen aus 1001 Nacht“ gehört).

    Doch nicht nur Waren wurden transportiert, sondern auch Gedanken, Ideen und ganze Kulturen ausgetauscht. So breitete sich zum Beispiel der Buddhismus, eine Religion, die ursprünglich aus Indien stammt, über die Seidenstraße nach China und nach Japan aus. Und auch das Wissen von Papier und Schwarzpulver (das ist das Schießpulver für Waffen, das sehr wahrscheinlich die Chinesen vor vielen tausend Jahren bereits erfunden hatten), kam entlang der Seidenstraße in die arabischen Länder und gelangte von dort später nach Europa.

    In Rom war Seide der letzte modische Schrei

    Die Römerinnen liebten die Seide. Sie wollten ganz viel davon kaufen. Und deswegen beklagte sich eines Tages ein römischer Gelehrter mit dem Namen Plinius der Ältere über die hohen Kosten des Seidenimports:

    „Niedrig geschätzt nehmen Indien, die Chinesen und die arabische Halbinsel jährlich 100 Millionen Sesterzen durch unser Reich ein: So viel kosten uns unser Luxus und unsere Frauen.“ (aus: Plinius der Ältere, Naturalis Historia XII, S. 84)

    Weil die Seide den Chinesen so viel Geld einbrachte, gehörte das Geheimnis der Herkunft von Seide über Jahrtausende zu den bestgehütetsten Handelsgeheimnissen überhaupt. Die Chinesen stellten den Verrat sogar unter Todesstrafe. Trotzdem wurde das Geheimnis irgendwann geknackt.

    Zwei Mönche als Spione und Schmuggler

    555 n.Chr. sandte der byzantinische Kaiser Justinian aus Griechenland zwei Mönche nach China. Sie sollten für ihn das Geheimnis der Seide ausspionieren. Er wollte in Byzanz selbst Seide herstellen und nicht mehr von den Chinesen abhängig sein. Die Mönche blieben lange Jahre und studierten die Aufzucht der Seidenraupe. Schließlich kehrten sie zurück nach Byzanz. Im Gepäck: Raupeneier! Sämtliche europäische Seidenraupen stammen also auch noch heute von dieser verbotenen Fracht ab.

    Das zweihöckrige Kamel war das wichtigste Transporttier auf der Seidenstraße. (24)

    Die Seide wird aus dem Faden der Seidenraupe, wie ihr sie hier seht, hergestellt. Wie aus dem Faden dann die Seide entstand, wussten über Jahrtausende nur die Chinesen. Ihre Seide transportierten sie über die Seidenstraße nach Europa.

    Die Seidenstraße war 7.000 km lang. Sie verband China mit Europa. Kostbare Seide und Gewürze kamen nach Europa. Doch nicht nur Waren, sondern auch Ideen, Religion und Kulturen wurden ausgetauscht. (13)

  • Erste Banken (1350 n.Chr.)

    „Die Anbetung der heiligen drei Könige“. Sandro Boticelli (ca. 1472) malte die Medici-Familie. Sie hatten so viel Geld, dass sie sogar Königen und Päpsten Geld leihen konnten.

    Kaufleute werden zu Geldverleihern

    Warst du schon einmal in einer Bank? Vielleicht waren deine Eltern schon mit dir dort, um für dich ein Sparbuch anzulegen. Falls du noch nicht dort warst, ist das aber auch nicht schlimm. Denn auf jeden Fall weißt du, dass sich die Bank in einem Haus befindet und dass man durch eine Tür geht, um in die Bank zu kommen? Warum hier so dämliche Fragen gestellt werden? Nun, weil du es bestimmt unglaublich findest, wenn du jetzt erfährst, dass die ersten Banken auf der Welt kleine Holzbänke waren. Sie befanden sich einfach im Freien und dahinter stand ein Geldverleiher.

    In der Mitte des 13. Jahrhunderts herrschte ein reger Warentausch zwischen Italien und dem Orient. Händler aus Florenz wurden zu sehr reichen Leuten. Sie hatten so viel Geld, dass sie einen Teil davon sogar an andere verleihen konnten. Aber schon damals nahmen sie dafür eine Gebühr, den sogenannten Zins. Ihre wichtigsten Kreditnehmer waren Könige, die für ihre teure Hofhaltung und die zahlreichen Kriege Geld brauchten. Dies hatte natürlich zur Folge, dass die Banken eng mit der Politik verbunden waren – bis heute.
  • Konstantinopel (330 n.Chr.)

    Konstantinopel an der berühmten Meerenge Bosporus. (3)

    Weltmarktplatz der Antike

    Kennt ihr Istanbul in der Türkei und wisst ihr, dass diese Stadt zweimal den Namen gewechselt hat? Ganz früher hieß es mal Byzanz, bevor der römische Kaiser Konstantin der Große es 330 n.Chr. zu seiner Hauptresidenz machte. Nach seinem Tod wurde aus Byzanz dann Konstantinopel.

    Konstantinopel war eine richtige Weltstadt. Hier lebten Menschen aus aller Herren Länder. Konstantinopel war aber auch der größte Marktplatz der damaligen Welt. Waren von überall konnte man dort kaufen. So gab es zum Beispiel Gewürze, Seide und Parfüm aus dem Orient, Honig, Pelze aus Russland, Baumwolle, Öl oder auch Wein und Waffen aus dem Mittelmeerraum.

    Dass Konstantinopel ein Treffpunkt der Kulturen war, hing mit seiner fantastischen geografischen Lage zusammen. Die Stadt liegt nämlich an der berühmten Meerenge, die man Bosporus nennt, und die das Schwarze Meer und das Mittelmeer miteinander verbindet. Der europäische und der asiatische Kontinent stoßen hier aufeinander. Aus diesem Grund trafen hier schon immer die Handelswege aus Russland und aus Zentralasien zusammen.
  • Die arabischen Kaufleute (800 n.Chr.)

    Im 8. Jahrhundert n.Chr. beherrschten die Araber den Handel auf dem gesamten Mittelmeer und im Indischen Ozean.

    Vom Kaufmann zum Propheten

    Habt ihr schon einmal von dem Propheten Mohammed gehört, der später zum Begründer des Islams, einer anderen großen Weltreligion wurde? Und dass er eigentlich ein Kaufmann war? Der einst mittellose Kameltreiber heiratete nämlich eine reiche Kaufmannswitwe und mit ihrem Vermögen machte Mohammed große Geschäfte.

    In Mekka, der heute heiligsten Stadt der Muslime, so nennt man die Menschen, deren Glaube der Islam ist, genoss er großes Ansehen. Da er selbst Kaufmann war, hatte der Handel für Mohammed eine große Bedeutung. Er sagte: „Neun Zehntel der Versorgung [von Allah] liegen im Handel.“

    Auf seinen vielen Handelsreisen lernte Mohammed das Christentum und das Judentum kennen. Mehr und mehr beschäftigte er sich mit Glaubensfragen. Nach seinen Visionen gründete er dann den Islam. Als Mohammed 632 n.Chr. starb, hatte sich der Islam als führende Religion in weiten Teilen Arabiens bereits durchgesetzt. Das lag auch an den arabischen Kaufleuten. Denn diese hatten die neue Religion auf ihren Reisen nach Indien, Südostasien und China verbreitet.

    Zitronen, Mathematik und Handel

    Im 8. Jahrhundert n.Chr. beherrschten die Araber nach den islamischen Eroberungen den Handel auf dem gesamten Mittelmeer und im Indischen Ozean. Von Andalusien in Spanien über Nordafrika bis Zentralasien und von Westafrika bis Indonesien – der Handel blühte überall! Dass alle Länder eine gemeinsame Religion hatten, war für den Handel sicher von großem Vorteil, denn es gab keine religiösen Streitereien.

    Die Araber waren die Einzigen, die alle Produkte des Orients wie zum Beispiel Zitronen und Orangen verkaufen durften. Sie kontrollierten auch den Karawanenverkehr und versorgten sich in ihren vielen Niederlassungen wie Indien, Sansibar, Indonesien und China mit Nahrungsmitteln. Die islamische Kultur war zu dieser Zeit auf ihrem Höhepunkt. Sie brachte nicht nur einen blühenden Handel hervor, sondern auch sehr kluge Mediziner, also Ärzte, Astronomen, also Beobachter der Sternenwelt am Himmel, Mathematiker, was das ist, das wisst ihr sicherlich, und Geografen, dass sind die Leute, die das Land erforscht und vermessen haben. Die Kaufleute und Händler lieferten ihnen dabei das Wissen aus aller Welt.

    Die Araber in Afrika

    Im 9. Jahrhundert n.Chr. machten die Araber Afrika zugänglich und bauten ein riesiges Wegenetz durch die Sahara-Wüste. Nun konnten sie mit dem Gold Ghanas, dem Salz der Wüste oder auch dem Elfenbein handeln. Mächtige afrikanische Königreiche traten zu dieser Zeit zum Islam über und wurden durch den Handel reich.

    Ein ganz dunkles Kapitel in der arabischen Handelsgeschichte ist der ausgeprägte Sklavenhandel mit Schwarzafrikanern. Insgesamt sollen die Araber mit 17 Millionen Sklaven gehandelt haben. Diese haben sie dann in die Türkei, nach Persien, Indien oder Nordafrika verkauft.

    Nach den islamischen Eroberungen beherrschten die Araber sogar Teile Spaniens. Die islamische Kultur war auf ihrem Höhepunkt. Der Löwenhof der Alhambra, einer Stadtburg auf einem Berg in Granada, einer Stadt in Spanien, ist ein Beispiel für ihre wunderbare Architektur. (15)

    Die Araber hatten den gesamten Gewürzhandel unter Kontrolle (14)

    Habt ihr schon einmal von dem Propheten Mohammed gehört, der später zum Begründer des Islams, einer anderen großen Weltreligion wurde? Und dass dieser eigentlich ein Kaufmann war? Der einst mittellose Kameltreiber heiratete nämlich eine reiche Kaufmannswitwe. Mit ihrem Vermögen machte Mohammed große Geschäfte.

  • Währungen (2007 n.Chr.)

    Geldscheine aus Amerika, Zentralafrika, dem Tschad, China, Italien und Frankreich.

    Vielfalt der Geldsorten

    Vielleicht warst du schon einmal in Dänemark? Dort gibt ganz anderes Geld als bei uns. Statt Euros und Centstücke haben die Dänen Geld, das Kronen und Öre genannt wird. Ein 25-Öre-Geldstück sieht übrigens sehr lustig aus, es hat nämlich ein Loch in der Mitte. Aber eigentlich ist es ganz normal, dass Dänemark ganz anderes Geld hat als wir. Man spricht ja auch eine andere Sprache oder auch die Verkehrsschilder sehen in einem fremden Land anders aus.

    Und weil es ganz viele Länder auf der Welt gibt, ist es nicht verwunderlich, dass es auch ganz unterschiedliche Geldsorten gibt. Ein anderes Wort für Geldsorte ist „Währung“. Momentan gibt es 160 verschiedene Währungen auf der Welt.

    Aber in Spanien, Frankreich oder Holland, und jetzt wirst du vielleicht überrascht sein, gibt es zum Beispiel auch den Euro, obwohl es sich um fremde Länder handelt. Das sind jedoch alles Länder – und Deutschland gehört auch dazu – die sich zur Europäischen Währungsunion zusammengeschlossen haben. 17 Länder in ganz Europa wollten alle den Euro haben, um zum Beispiel einfacher miteinander Handel treiben zu können. So muss nicht ständig Geld gewechselt werden.

    Eine Wechselstube im Flughafen

  • Gewürzhandel (900 n.Chr.)

    In den arabischen Ländern werden Gewürze noch heute auf diese kunstvolle Art und Weise aufgetürmt verkauft.

    „Reich wie ein Pfeffersack“

    Von der Antike bis heute ist die Welt im Pfefferfieber. Schon die Ägypter benutzten ihn und steckten der Mumie von Ramses II, dem dritten altägyptischen König (die, wie ihr sicherlich schon einmal gehört habt, Pharao genannt wurden) und einem der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten, Pfeffer in die Nase.

    Die Römer pfefferten ihr Essen wie verrückt und im Mittelalter servierte Karl der Kühne, Herzog von Burgund, ein mächtiger Herrscher seiner Zeit, bei seiner Trauung 190 Kilo Pfeffer und zum Nachtisch gab es Pfeffer für eine gute Verdauung.

    Kein Gewürz ist so beliebt und wird so viel verbraucht wie der Pfeffer. Da wundert es nicht, dass die Kaufmänner, die einst den kostbaren Pfeffer nach Europa brachten, steinreich und zu richtigen Pfeffersäcken wurden. So nämlich nennt man einen, der nur sein Geschäft im Sinn hat und sich ausschließlich ums Geld kümmert. Zu den berühmtesten Pfeffersäcken gehörten die Fugger. Das war eine berühmte Kaufmannsfamilie aus Augsburg. Sie gründeten mit dem Reichtum, den sie aus dem Handel erzielten, eine Bank und liehen sogar dem Papst und dem deutschen Kaiser Geld.

    Zuweilen wurde Pfeffer sogar mit Gold aufgewogen. Daher kommt noch heute der Ausdruck, den du bestimmt schon einmal gehört hast: „Das sind aber gepfefferte Preise!“

    Venedig, Gewürzhauptstadt in Europa

    Wenn die deutschen Kaufleute im Mittelalter Pfeffer kaufen wollten, mussten sie nach in Italien reisen. Hier ersteigerten sie den Pfeffer und brachten ihn dann zurück in ihr Land, wo sie ihn mit hohem Gewinn verkauften. Venedig beherrschte ab dem 10. Jahrhundert den gesamten Handel zwischen der östlichen Welt und Europa. Den Pfeffer brachten die Venezianer aus dem weit entfernten Indien mit.

    „Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst.“ So forderte man schon damals Leute auf, die man nicht mochte. Man meinte damit, dass sie so weit wie möglich verschwinden sollten.

    „Gepfefferte Kriege“

    Scharfes und würziges Essen standen in der Antike und im Mittelalter hoch im Kurs. Gewürze dienten aber auch als als Arzneimittel und als Konservierungsstoffe. Gewürze waren heiß umkämpft und so kam es, dass immer wieder Kriege um Gewürze geführt wurden.

    Die sieben Kreuzzüge im 11. Jahrhundert (einen Kreuzzug nannte man so, weil der ursprüngliche Aufruf, in Krieg zu ziehen, einen religiösen Hintergrund hatte), mit denen christliche Ritter das heilige Land Israel befreien und die Araber zum Christentum bekehren wollten, waren einerseits zwar ein Glaubenskrieg, aber vor allem waren sie auch ein Handelskrieg, in dem es um bestimmte Waren auf einer Handelsroute ging. Denn sobald Jerusalem eingenommen und die Araber besiegt worden waren, übernahmen die Kreuzritter die Kontrolle über die Handelswege zwischen der östlichen Welt und Europa. Gewürze, Seide, Samt und Düfte brachten die Kreuzritter nun nach Nordeuropa.

    Die Fugger waren eine weltberühmte Kaufmannsfamilie aus Augsburg. Sie wurden u.a. auch durch den Handel mit Gewürzen reich. Mit dem Reichtum gründeten sie eine Bank und liehen sogar dem Papst und dem deutschen Kaiser Geld.

    Die Muskatnuss wurde als das Gold Ostindiens bezeichnet. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer führten Kriege um die Nuss. (16)

    Die Niederländer hatten ein Monopol auf den Nelkenhandel. Nur sie durften mit Nelken handeln. Noch heute sind die Häfen in Amsterdam und Rotterdam in Holland die wichtigsten Häfen, wo die Gewürznelken in alle Welt verschifft werden. (18)

    Es gibt grünen, weißen, roten und schwarzen Pfeffer. (25)

    Die Portugiesen entdeckten auf der Insel Ceylon, die heute Sri Lanka heißt, die berühmten Zimtwälder. Sie brachten den Zimt und andere tropische Gewürze nach Lissabon und verkauften sie von dort nach ganz Europa. (17)

  • Erstes Papiergeld (1100 n.Chr.)

    Erstes chinesisches Papiergeld

    Papier statt Münzen

    Papiergeld trat – im Vergleich zum Metall- oder Münzgeld – erst ziemlich spät in der Geschichte des Geldes auf die Bildfläche.

    Es waren die Chinesen, die es im 11. Jahrhundert erfanden und den Vorteil gegenüber dem Münzgeld erkannten. Dadurch, dass die Chinesen immer mehr Handel trieben mit Händlern, die an weit entfernt gelegenen Orten waren, war es notwendig, das schwere Münzgeld mit leichtem Papiergeld zu ersetzen. Es ließ sich natürlich viel besser transportieren. Außerdem konnte es den Mangel an Münzen ausgleichen.

    Aber die Chinesen benutzten dieses Geld ein wenig anders, als wir es heute tun. Genau genommen waren es Wertpapiere, auf denen stand, dass der Inhaber dieses Scheins jederzeit das Recht hatte, diesen in dieselbe Menge Münzen einzulösen. Er musste nur zum Herausgeber des Scheins gehen, der dann verpflichtet war, ihm die Münzen auszuzahlen. Aber der Besitzer des Papiergelds musste es nicht unbedingt tun, denn er konnte diesen Schein auch gleich zum Bezahlen von Waren in diesem Wert einsetzen – es war also ein Zwischentauschmittel.

    Im Vergleich zum Münzgeld hatte das Papiergeld keinen eigenen Wert durch das Material. Die Menschen damals mussten also dem Herausgeber großes Vertrauen entgegenbringen. Es hätte ja auch sein können, dass er viel mehr Scheine herstellen lässt und die nötige Menge an Münzen gar nicht verfügbar gewesen wäre. Dann wäre dieses Papiergeld wertlos gewesen und der Besitzer hätte sich geärgert, weil er geglaubt hat, dass er dafür Münzen bekommt.

    Was war also der Grund für das Vertrauen der Chinesen in den Wert dieses Papiergelds? Zum einen war es sehr kompliziert, das Papier zu drucken. Und dann durfte es nur ein Mensch überhaupt tun: Das war der Kaiser. Erst durch ihn erhielt es Gültigkeit und Wert.

    Marco Polo, ein berühmter venezianischer Händler, war vom Papiergeld sehr beeindruckt. Er war einer der Ersten aus Europa, der diesen Handel mit Papiergeld miterlebte. In seinen Aufzeichnungen schwärmte er, dass die Chinesen den Stein der Weisen entdeckt hätten. „Und ich sage euch, dass jeder gern einen Schein nimmt, weil die Leute, wohin sie im Reich des großen Khan auch gehen, damit einkaufen und verkaufen können, so als ob es pures Gold sei.“

    Bei uns in Europa wurde Papiergeld erst viel später eingeführt, denn die Menschen misstrauten den Scheinen sehr. Es dauerte noch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, ehe das erste Land im Westen, nämlich Schweden, erstmals Banknoten ausgab. Die übrigen Staaten folgten schrittweise.

    Deutsches Papiergeld von 1910

    Schwedisches Papiergeld von 1663

  • Banknoten (2003 n.Chr.)

    Nur die Europäische Zentral- und Notenbank (EZB) darf europäische Banknoten herausgeben.

    Geldscheine erleichtern den Handel

    Banknoten haben nichts mit Musik zu tun, auch wenn man das vielleicht denken könnte. Denn es ist einfach der Begriff für Papiergeld, also Geldscheine. Banknoten setzt man zum Bezahlen ein, es sind Zahlungsmittel.

    Die Erfindung der Banknoten erleichterte den Menschen das Handeln. Bis ins 11. Jahrhundert – und bei uns in Europa noch viel später – gab es nur Geld aus Metall, zum Beispiel aus Gold oder Silber. Und wenn man viel damit herumtragen musste, war das ganz schön schwer. Das war der Grund, warum die Menschen sich etwas Neues ausdachten, nämlich das Papiergeld. Sie trieben ja immer mehr Handel und mussten manchmal weite Strecken überwinden.

    Die Europäische Zentral- und Notenbank (EZB) ist in Frankfurt am Main

  • Kreuzzüge (1095 n.Chr.)

    Kreuzritter erobern Jerusalem

    Im frühen Mittelalter gab es fast keinen Handel mehr. Doch mit den Kreuzzügen, die zwischen 1095 und 1279 n.Chr. stattfanden, änderte sich das komplett.

    Kreuzzüge waren militärische Feldzüge, d.h. Kriege, die vom Papst und der katholischen Kirche ins Heilige Land veranlasst wurden. Die europäischen Christen waren nämlich sehr beunruhigt, als die moslemischen Türken Syrien und Palästina erobert hatten. Sie wollten das Land, in dem Jesus Christus geboren worden war, wieder zurückerobern und vor den – so fanden sie – Ungläubigen retten.

    Die Europäer lernen von den Arabern

    Der Glaube war aber nur ein Grund, warum sich die vielen Edelmänner und Ritter in den Kampf stürzten. Viele wollten auch einfach ihren Grundbesitz vermehren oder Abenteuer erleben, andere wiederum wollten vor allem Handel treiben.

    Die Begegnung mit dem Islam und der arabischen Kultur hatte für die Europäer viele Folgen: Die Araber hatten nämlich zum Zeitpunkt der Kreuzzüge die höchst entwickelte Kultur der Welt. In Architektur, Mathematik, Philosophie und im Handel waren sie führend. Die Europäer begannen nun, sich von den Arabern das Beste abzugucken. So brachten sie neue Techniken wie zum Beispiel die Windmühle mit nach Hause.

    Manche sagen, dass der Kontakt mit dem Islam während der Kreuzzüge in Europa eine wahre kulturelle und wirtschaftliche Revolution ausgelöst habe, was so viel heißt wie in Europa wurde damals durch die vielen neuen Dinge, die die Menschen durch die Araber kennengelernt hatten, das Leben der Menschen vollkommen auf den Kopf gestellt, weil es in vielen Bereichen Fortschritte zu ihrem vorherigen Leben gab. Was in jedem Falle passierte: Nachdem die Europäer viel von den Arabern gelernt hatten, verlagerte sich der Mittelpunkt der Welt weg aus der arabischen Welt hin nach Europa.

    Der Orienthandel

    Die raffinierten Waren des Orients wie Tücher, Seide und Zitrusfrüchte begeisterten die Europäer sehr. Vor allem hatten es ihnen auch die Gewürze angetan.

    So kam es, dass der vierte Kreuzzug (1202–1204), dessen eigentliches Ziel Ägypten und Jerusalem war, von den Venezianern in die Handelsmetropole Konstantinopel, was heute Istanbul heißt, umgeleitet wurde. Die Venezianer plünderten, also raubten Konstantinopel aus, brachten die Handelsbeute nach Venedig und schalteten damit ihre stärksten Konkurrenten, nämlich die Araber, aus. Insgesamt bewirkte der neue Orienthandel einen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa, der besonders den italienischen Handelsstädten wie Venedig und Genua zugute kamen.

    Im ersten Kreuzzug versuchten die Christen, die Stadt Antiochia zurückzuerobern.

    Dies ist das Kreuz des Templerordens, der der erste Kreuzritterorden war.

  • Welthandelsmacht Venedig (1202 n.Chr.)

    Der Dogenpalast in Venedig, gemalt von G.A.Canaletto (1697–1798). Der Dogenpalast war Sitz der Regierung der Republik Venedig, in dem der Doge, also der Herrscher über Venedig, lebte.

    13.–15. Jahrhundert

    Du hast sicher schon von der Stadt Venedig in Italien gehört. Genau, das ist die Stadt gebaut auf Wasser. Dort fährt man nicht mit Autos herum, sondern mit Gondeln und Booten. Früher war Venedig nicht nur eine Stadt, sondern ein ganz eigener Staat. Man spricht deswegen auch von der „ Republik Venedig“.

    Sie zählte über ein Jahrtausend zu den wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Mächten Europas, d.h. dass in Venedig wichtige Entscheidungen getroffen wurden, die für ganz Europa von Bedeutung waren. Erst 1797 endete Venedigs Unabhängigkeit.

    Dass Venedig so erfolgreich war, begann mit den Kreuzzügen. Venedig schickte nämlich seine eigene Flotte mit und sicherte sich nach dem vierten Kreuzzug, der von 1202 bis 1204 ging, die Herrschaft über den Bosporus. Der gesamte Orienthandel lief nun über Venedig. Der Staat entwickelte sich zum Marktplatz zwischen dem Nahen Osten und Nordeuropa. Und das funktionierte so:

    Venedig brachte die Waren aus dem Orient in die Stadt und verkaufte oder versteigerte sie zu höheren Preisen an die Händler aus Nordeuropa. Damit machten sie wahnsinnig viel Geld und der Reichtum kam allen Venezianern zugute.

    Die Händler aus dem deutschen Kaiserreich wie die Fugger oder Handelsgenossenschaften wie die Hanse kamen in Venedig in einem eigenen Handelspalast unter. Hier konnten sie ihre Waren lagern, schlafen, sich ausruhen und in eigenen Büros ihre Arbeiten verrichten.

    Marco Polo war einer der bekanntesten Kaufleute aus Venedig. Er ist entlang der Seidenstraße nach China gereist. Die Europäer haben durch ihn viel über Asien erfahren, weil er ein Buch über seine Reise und sein Leben in China geschrieben hat.

  • Handelsmessen in der Champagne (1220 n.Chr.)

    Das Zentrum von der Stadt Troyes mit seinen Fachwerkhäusern.

    Wahrscheinlich habt ihr schon einmal von dem berühmten Sekt aus Frankreich, den man Champagner nennt, gehört. Der Name dieses Getränks leitet sich aus der Region ab, in der er hergestellt wird.

    Diese Gegend, genannt die Champagne, war schon im Mittelalter sehr bekannt. Damals aber weniger wegen ihres Champagners als für ihre Handelsmessen.

    Eine Messe ist für Kaufleute und Händler so etwas Ähnliches wie ein Marktplatz für Bauern: nämlich ein Treffpunkt, an dem man seine Waren anbieten und verkaufen kann.

    Wenn ihr das Wort Messe hört, denkt ihr vielleicht an den katholischen Gottesdienst in der Kirche. Das hat damit zu tun, dass Messen fast immer an kirchlichen Feiertagen ausgerichtet wurden. In der Champagne fanden bis auf kurze Unterbrechungen das ganze Jahr über Messen statt.

    Warum aber gerade hier? Das hatte nun wieder einen geografischen Grund. In dieser Region nämlich kreuzten sich alte römische Handelswege. Einer führte von der Nordsee nach Italien und der andere von West nach Ost.

    Und dann gab es in der Champagne noch einen sehr klugen Herrscher, der den Handel in ganz besonderer Weise förderte: Er gewährte den Kaufleuten und Händlern Schutz durch freies Geleit. Das bedeutet, dass die Händler auf ihren Reisen vor Räubern so weit es ging beschützt wurden. Außerdem mussten sie auf ihre Waren keine Zölle, also Abgaben und Steuern zahlen.

    Der Graf von Blois, so hieß dieser Herrscher, ließ in jeder Stadt Messegebäude errichten, die er besonders gut instand hielt. Auch kontrollierte er die Maße und Gewichte und vereinheitlichte damit den Warenaustausch. Es gab also optimale Bedingungen, um zu handeln.

    Und so kam es, dass die Städte Troyes, Lagny, Provins und Bar-sur-Aube in Frankreich im Laufe des 13. Jahrhunderts zu „Welthandelszentren“ aufstiegen.

    Auch in Köln, Brügge in Belgien oder im englischen Winchester fanden solche Messen statt.

    Auch Leipzig war und ist auch heute noch eine bedeutende Messestadt. Der Auerbachs Hof, also ein großes Gebäude mit vielen Sälen, war der bekannteste Handelshof in Leipzig. (19)

    Der Geldwechsler und seine Frau bei der Arbeit.

  • Die Hanse (1143 n.Chr.)

    Das Holstentor ist das Wahrzeichen Lübecks. Lübeck hatte innerhalb der Hanse eine Führungsrolle. (28)

    1143–1669 n.Chr.

    Woher kommt eigentlich das Wort Hansa oder Hanse, das sich heute noch im Namen der deutschen Fluggesellschaft „Lufthansa“ findet? Es kommt aus dem Altdeutschen, das vor Jahrhunderten gesprochen wurde, und heißt Schar, Gefolge oder auch Gruppe.

    Nach dem Motto „Zusammen ist man stärker“ haben sich im Mittelalter norddeutsche Kaufleute in der Hanse zusammengeschlossen, um sich gemeinsam auf ihren gefahrvollen Handelsreisen auf der Ostsee zu schützen und um in den jeweiligen Ländern ihre Interessen stärker vertreten zu können.

    Ritterliche Fernkaufleute – harte Männer

    Das kannst du dir am besten so vorstellen: Ein angehender Kaufmann in Lübeck suchte sich ein oder zwei Gleichgesinnte, also Menschen, die dieselben Interessen hatten. Die drei warfen Arbeit und ihr Kapital, also ihr Geld, zusammen. Sie ließen sich ein Schiff zimmern, luden es voll und fuhren alleine los.

    Weil es noch keinen Kompass gab, fuhren sie immer an der Küste entlang. Für Hin- und Rückreise bleib nur das Sommerhalbjahr. Ein Unternehmen solcher Art war aber gefährlich und risikoreich. Deswegen sagen manche auch, dass die damaligen Fernkaufleute wie richtige Ritter waren, die das Abenteuer suchten.

    Warum die Ostsee wichtig wurde

    Der Handel über die Ostsee wurde wichtig, weil die alten Handelsrouten von der Ostsee zum Schwarzen Meer unterbrochen waren. Die Mongolen hatten nämlich unter ihrem Herrscher Dschingis Khan ein riesiges Weltreich aufgebaut und sich den Handel unter die Nägel gerissen.

    Womit die Hanse gehandelt hat

    Die Kaufleute brachten aus den nördlichen und östlichen Ländern Pelze, Wachs, Getreide und Holz, Fisch, Flachs, Hanf und Teer mit. Im Gegenzug verkauften sie Fertigprodukte aus dem Westen und Süden Europas wie zum Beispiel Metallwaren, insbesondere Waffen sowie Tücher und Gewürze.

    Gehandelt wurden also Rohstoffe gegen Fertigprodukte. Rohstoffe sind Stoffe, die man in der Natur findet. Es sind Stoffe, die der Mensch noch nicht bearbeitet hat. Fertigprodukte sind das Gegenteil davon. Dass es im Westen schon Fertigprodukte gab, lag daran, dass es hier schon Handwerker und Produktionsstätten gab.

    1250–1400 Städtehanse

    1250 schlossen sich ungefähr 200 Städte im Städtebund der Hanse zusammen. Die Städte lagen über ein riesiges Gebiet verteilt, das heute über sieben europäische Staaten umfasst.

    Die Stadt Lübeck hatte dabei eine Führungsrolle. Sie wurde 1143 gegründet und hatte als deutsche Stadt einen direkten Zugang zur Ostsee. Viele bekannte Kaufmannsfamilien gab es dort. Der berühmte Roman von dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann, „Die Buddenbrooks“, erzählt von dem Aufstieg und Fall einer solchen Kaufmannsfamilie; von dieser Geschichte habt ihr vielleicht schon einmal gehört.

    Das Stapelrecht oder wie die Hanse ihre Macht aufbaut

    In den Hansestädten galt das Stapelrecht. Was bedeutet das eigentlich? Nach dem Stapelrecht mussten durchreisende Händler, die durch eine Hansestadt kamen, ihre Ware von ihren Schiffen abladen und drei Tage „stapeln“, also zum Verkauf anbieten.

    In Köln zum Beispiel durften die Bürger in den ersten beiden Tagen zuerst die Waren kaufen. Auf diese Weise konnten sie sich sehr gut versorgen. Am dritten Tag durften dann die Kaufleute der Hanse einkaufen. Fremde Kaufleute durften allerdings nicht direkt beim Stapel einkaufen. Sie mussten zu den einheimischen Hansekaufleuten gehen und diese als Zwischenhändler benutzen.

    Aus dem Grund verdiente die Hanse wahnsinnig viel Geld, denn nur sie durften von den durchreisenden Händlern kaufen und die Waren danach weiterverkaufen. Das nennt man Einkaufsmonopol.

    Köln, die größte deutsche Stadt im Mittelalter, verdankt übrigens ihren Aufstieg und ihren Reichtum diesem Stapelrecht. Die Stadt verdiente darüber hinaus auch beim Umladen der Waren. Sie ließ sich das Entladen eines Schiffes und das Einladen in ein Schiff etwas kosten.

    Verbraucherschutz im Mittelalter

    Ein weiterer Vorteil des Stapelrechts war es, dass die Arbeiter beim Verladen die Ware sehr gründlich kontrollierten. Nur „gerechtes Kaufmannsgut“, so nannte man das damals, durfte verkauft oder weiterbefördert werden. Halb leere Bierfässer oder angefaulte Kohlköpfe wurden einfach aus dem Verkehr gezogen, d.h. dass schlechte Ware erst gar nicht weiterverkauft wurde, sondern schon vorher aussortiert wurde.

    Privilegien im Ausland oder wie die Hanse ihre Macht aufbaut

    Auch im Ausland gelang es der Hanse, die größtmöglichen Handelsfreiheiten für sich durchzusetzen. In den Ländern, mit denen sie handelten, hatten sie Zollvergünstigungen und wurden auch vor Dieben geschützt.

    Wie das funktionierte, kann man gut am Beispiel England sehen: Mitten im Zentrum der Hauptstadt des englischen Königreiches, in London, befand sich der Stalhof, das war der Kontor der Hanse, in dem die hanseatischen Kaufleute wohnten und ihre Waren lagerten.

    Sobald die Kaufleute in der Stadt ankamen, mussten sie eine Abgabe zahlen. So konnten sie den Kontor, also das Geld, was für den Unterhalt eines solchen Gebäudes anfiel, finanzieren. Für die Hanse galt das nicht, deren Kaufleute mussten keine Abgaben, also keine Zölle, entrichten. Im Gegenteil: Sie bekamen sogar Nachlässe auf Steuern und Gebühren und konnten sich im ganzen Land frei bewegen.

    Neben London hatte die Hanse noch drei weitere Kontore in Brügge in Belgien, in Bergen in Norwegen und der russischen Stadt Nowgorod.

    Das Ende der Hanse 1500–1669

    Die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 schwächte die Hanse, d.h. dass die Kaufleute, die der Hanse angeschlossen waren, nicht mehr so viel Macht hatten und weniger zu bestimmen hatten. Die wichtigsten Handelswege flossen jetzt nicht mehr durch die Ostsee und das Mittelmeer, sondern kamen aus den nord- und südamerikanischen Kolonien, das sind die von den Seefahrern eroberten Länder, über den Atlantik nach Spanien und Portugal. Unmengen von Gold und Silber sowie Zucker strömten dahin.

    Auch die Art und Weise des Handels veränderte sich nach 1492. So wurde in England eine Handelsgesellschaft gegründet. Mehr als 1.000 Händler schlossen sich ihr an. Dieser Zusammenschluss war eine Aktiengesellschaft und wurde vom Staat gefördert. Sie konnte viel mehr Geld aufbringen als die Hanse.

    Insgesamt hat die Hanse in der europäischen Geschichte über 500 Jahre eine Rolle gespielt.

    Diese mittelalterliche Darstellung einer Kogge befand sich auf einem Siegel der Hansestadt Stralsund.

    Hier siehst du die Haupthandelsrouten der Hanse.

    Hier wird der berüchtigte Seeräuber Störtebecker hingerichtet. Er hatte immer wieder die Schiffe der Hanse angegriffen.

  • Die Eroberung Amerikas (1492 n.Chr.)

    Christopher Kolumbus, gemalt von Emanuel Gottlieb Leutze im Jahr 1843

    Das goldene Zeitalter Spaniens
    15.–16. Jahrhundert
    Kolumbus will nach Indien und entdeckt Amerika

    Christopher Kolumbus, der berühmte Seefahrer aus Genua in Italien, wollte unbedingt nach Indien reisen, weil er davon schon so viel gehört hatte. Dort gab es nämlich Gewürze, Porzellan und Seide. Der Handel damit versprach großen Gewinn. Da aber der Landweg zwischen dem Fernen Osten und Europa durch das islamische Weltreich abgeschnitten war, wollte Kolumbus einen Seeweg finden.

    In jener Zeit dachten die meisten Menschen, dass die Erde eine Scheibe sei. Kolumbus aber war überzeugt, dass sie rund sei. Und so wollte er Indien erreichen, indem er eine Westroute über den Atlantik wählte. Dass er vor seiner Reise lange als Kartenzeichner in Lissabon in Portugal gearbeitet hatte, half ihm sicherlich dabei, denn so kannte er sich bestens mit Geografie aus.

    Doch für eine solche Reise braucht man viel Geld, denn er benötigte ein großes Segelschiff, viele Matrosen und Schiffsbedienstete, für alle auf dem Boot Essen für mehrere Monate und vieles mehr, was man eben vor einer solchen langen Reise, die nur über die Weltmeere führte, brauchte. Doch der portugiesische König, von dem sich Kolumbus finanzielle Unterstützung erwartete, lachte ihn aus.

    So wandte er sich an das spanische Königspaar. Nach langem Hin und Her konnte Kolumbus diese schließlich dazu überzeugen, seine Reise zu finanzieren, d.h. ihm das Geld dafür zu geben. Am 3. August 1492 stach Kolumbus in See. Am 12. Oktober war es tatsächlich so weit: Land in Sicht! Doch es war nicht das angepeilte Ziel Indien, sondern es waren die Bahamas.

    Kolumbus entdeckte auf dieser ersten Reise noch weitere karibische Inseln wie Kuba und Santo Domingo. Bis zu seinem Tod war er fest davon überzeugt, Indien entdeckt zu haben. Darum nannte er die Einwohner Indianer. Erst Amerigo Vespucci, ein Italiener, der für Spanien und Portugal segelte, erkannte, dass es sich um einen neuen Kontinent handelte. Der deutsche Geograf Mattias Ringmann nannte die entdeckte Neue Welt daraufhin Amerika – nach Amerigo, dem Seefahrer.

    Die Eroberung Amerikas

    Die Eroberung Amerikas gehört zu den schlimmsten Epochen, also Zeitabschnitten der Geschichte.

    Mit unvorstellbarer Grausamkeit richteten die Eroberer, die man nach dem spanischen Wort Konquistadoren nannte, Massaker an und bezwangen die Indianer. Hochkulturen wie die Azteken und die Mayas im heutigen Mexiko und Guatemala sowie die Inkas im heutigen Peru verschwanden innerhalb von wenigen Jahren.
    Die Spanier raubten deren Gold. Sie versklavten die Indianer und ließen sie in den Bergen und Flüssen nach Gold und Silber schürfen. Die meisten Indianer starben dabei.

    Innerhalb eines Jahrhunderts war fast ganz Mittel- und Südamerika in Spaniens Hand. Überall dort, wo ein Konquistador hinkam, erklärte er, dass das Land fortan zur spanischen Krone gehörte, d.h. dass die Gesetze Spaniens dann dort galten und die Einwohner des Landes sich danach richten mussten und ihre eigenen Gesetze, die sie vorher hatten, plötzlich nicht mehr galten.

    So wurden große Teile von Mittel- und Südamerika zu spanischen Kolonien. Die Spanier beuteten ihre Kolonien rückhaltlos aus, das bedeutet, dass sie den Menschen, die dort ursprünglich lebten, alles wegnahmen und einfach sagten, es gehöre ihnen.

    Spanien wird im 16. Jahrhundert zur Weltmacht

    Nach Spanien floss mehr Gold als in ganz Europa seit dem Altertum überhaupt vorhanden gewesen war.

    1545 wurden dann auch noch große Silbervorkommen in Peru und Mexiko entdeckt und tonnenweise nach Europa verschifft. Zahlreiche Schiffe verließen jährlich Spanien und fuhren in die Neue Welt. An Bord befand sich alles, was in den Kolonien gebraucht wurde. Öl, Getreide, Wein und Werkzeuge. Zurück kamen die Schiffe mit etwas viel Wertvollerem: nämlich Gold. Spanien stieg zur Weltmacht auf.

    Zunächst brachte das Gold unermesslichen Reichtum nach Spanien. Es wurden viele neue Goldmünzen geprägt. Doch schon bald wendete sich das Blatt: Der Reichtum brachte das Land an den Rand des Ruins.

    Sicherlich fragt ihr euch, wie das passieren konnte? Das Problem war, dass die Spanier viel zu viel Geld hatten, aber zu wenig Waren im eigenen Land herstellten, die man damit hätte kaufen können. Wenn es von etwas wenig gibt, steigt dessen Preis und so wurden viele Dinge, die direkt in Spanien hergestellt wurden, für die armen Leute zu teuer.

    Die Reichen aber kauften die Dinge einfach in den anderen Ländern Europas. Das war natürlich toll für diese anderen Ländern, denn es brachte ihnen Geld. Und so kam es, dass der Reichtum Spaniens den Handel und die Wirtschaft in England und Frankreich belebte. Aus Spanien aber floss das Geld ab, weil niemand mehr dort einkaufte.

    Wie aus Gold Geld wird

    Das viele Gold aus der Neuen Welt, so nennt man auch heute noch Amerika, führte dazu, dass mehr Geldmünzen in Europa geprägt wurden.

    Forscher nehmen an, dass es nach dem Goldsegen aus der Neuen Welt nun zehn Mal mehr Geld gab als vorher. Hinzu kam nun auch, dass zur gleichen Zeit Gold aus Afrika nach Europa gebracht wurde. Und auch in Europa wurden Silberminen im Harz und im Schwarzwald in Deutschland und in Ungarn entdeckt.

    Wie das Geld den Luxus fördert

    Wenn sehr viel Geld da ist, wollen die Leute das Geld auch ausgeben. Sie brauchen es nicht mehr nur, um zu überleben und ihre Existenz zu sichern, sondern sie können es plötzlich auch für Luxusdinge ausgeben.

    Die Könige und Adeligen, aber auch die reichen Bürger und Kaufleute begannen in der Zeit des 16. Jahrhunderts plötzlich vermehrt damit, sich schöne Dinge zu kaufen. Sie hatten Lust auf kostbare Stoffe, Teppiche, Möbel, Wandmalereien und Parfüms. Sie bauten sich schöne Gebäude, die sie wunderbar einrichteten. Es brach das Zeitalter der Renaissance, so nannte man die Zeit damals, an. Es war eine Blütezeit, also eine wirklich gute Zeit für den Handel und die Wirtschaft, aber auch die Künste wurden entdeckt und die Sitten verfeinerten sich.

    Wie sich aus viel Geld das Geschäft mit Krediten entwickelt

    Wo es viele schöne interessante Dinge gibt, werden Bedürfnisse geweckt. Und manchmal reicht das Geld dann doch nicht aus, um sich all diese Dinge tatsächlich kaufen zu können. Also muss man sich irgendwo Geld leihen. Man muss also einen Kredit aufnehmen.

    Derjenige, der das Geld verleiht, macht das natürlich nicht einfach umsonst. Er will auch etwas daran verdienen. Also verleiht er das Geld zu einem bestimmten Zinssatz, das ist eine Gebühr, die man zahlen muss, wenn man sich Geld leiht. Dafür, dass er Geld verleiht, bekommt er noch einen Anteil mehr dazu. Geldverleiher gab es schon im Mittelalter. Aber sie waren sehr verrufen, denn die Kirche verurteilte das Handeln mit Geld. In der Renaissance aber entwickelte sich das Geschäft mit den Krediten enorm.

    Kolumbus erklärt den Indianern eine Mondfinsternis.

    Christoph Kolumbus

    Spanische Reiter besiegen Indianer. Das Pferd war in Amerika unbekannt und so fürchteten sich die Indianer zuerst sehr.

    Indianer beim Goldwaschen

    Moctezuma II war einer der letzten Herrscher der Azteken, deren Reich auf dem Gebiet des heutigen Mexikos lag. Er starb im Kampf gegen die spanischen Eroberer.

  • Weltmacht Portugal (1498 n.Chr.)

    Vasco da Gama landet 1498 in Kalikut.

    Weltmacht Portugal bedeutete den Niedergang Venedigs

    Kolumbus, der den Seeweg nach Indien entdecken wollte, hatte stattdessen Amerika entdeckt. Sechs Jahre später stach der Portugiese Vasco da Gama in See. Da Gama umschiffte die Südspitze Afrikas und schaffte das, was einst Kolumbus erreichen wollte: Er lief im Mai 1498 in der indischen Hafenstadt Kalikut ein. Der Seeweg nach Indien war entdeckt! Damit war auch der Niedergang Venedigs eingeläutet, das bis dahin den Landhandel mit Indien dominierte.

    1510 nahmen die Portugiesen an der Westküste Indiens Goa ein und gründeten dort eine Handelsniederlassung. Die Portugiesen begannen den Handel mit Tabak, Seide, Tee und vor allem Gewürzen. Ein Jahr später eroberten sie die Malaiische Halbinsel und hatten von nun an Zugang nach China.

    In vielen Kämpfen mussten sich die Portugiesen gegen die Araber durchsetzen. Schließlich errichteten sie ein großes Reich in Indien.
    Parallel dazu entdeckte 1500 der Portugiese Pedro Álvares Cabral Brasilien. Eigentlich war auch er in See gestochen, um nach Indien zu segeln, aber Winde trieben ihn ab und er erreichte Brasilien.
    Portugals Aufstieg zur Weltmacht war nun nicht mehr aufzuhalten.

    Sklaverei in Brasilien

  • Das Jahrhundert der Niederländer (1602 n.Chr.)

    Die Niederlande waren bekannt für ihre guten Schiffe. Sie besaßen eine riesige Handelsflotte mit rund 4.700 Schiffen. (4)

    17. Jahrhundert - Weltmacht Niederlande

    Könnt ihr euch vorstellen, dass die Niederlande, jenes kleine, flache, europäische Land, das berühmt ist für seine Windmühlen, die vielen Fahrräder und den Gouda, einst die reichste Handelsmacht Europas war? Heute klingt das vielleicht komisch, aber es war wirklich so. Tatsächlich lief im 17. Jahrhundert 70 Prozent des gesamten Welthandels über die Niederlande!

    Gründe dafür gab es mehrere: So erschien 1599 eine Schrift, die die Reiseroute nach Indien zeigte. Bisher kannten nur die Portugiesen diesen Weg, weil er strengstens geheim gehalten wurde. Die niederländischen Kaufleute erkannten ihre Chance und schlossen sich bereits 1602 in der Niederländischen Ostindien Kompanie zusammen. Das war die sogenannte „VOC“. Zusammen wollten sie Handel mit den indonesischen Gewürzinseln und Indien treiben.

    Wie so häufig in der Geschichte des Handels sollte mit dem Zusammenschluss mehr Sicherheit für die einzelnen Kaufleute gewährt werden. Und darüber hinaus sollte auch die Konkurrenz der Kaufmänner untereinander ausgeschaltet werden, denn sie saßen ja nun quasi zusammen in einem Boot und mussten sich nicht mehr gegenseitig übertrumpfen.

    Die VOC gründete Handelsniederlassungen auf verschiedenen Inseln Indonesiens. Ihr Hauptsitz lag auf Java. Ziel war es, den gesamten Gewürzhandel mit den Molukken, das sind die Gewürzinseln, zu kontrollieren.

    Vom niederländischen Staat bekam der Zusammenschluss vollste Unterstützung. Sie erhielten sogar Hoheitsrechte. Das heißt, dass sie sich so verhalten konnten wie ein Staat. So hatten sie das Recht, Krieg zu führen, Festungen zu bauen und Land zu kaufen. Vor allem aber wurde ihr vom Staat das alleinige Recht verliehen, für die Niederlande zur See zu fahren und zu handeln.

    Die VOC – erste Aktiengesellschaft der Welt

    Die VOC war über 200 Jahre der erfolgreichste Zusammenschluss von Kaufleuten, die mit Asien Handel trieben. Der große Erfolg resultierte aus einer sehr cleveren Idee: Die VOC war das erste Unternehmen in der Welt, das Aktien ausgab.

    Aktien sind Anteile, die man an einem Unternehmen kaufen kann. Man gibt dem Unternehmen Geld und dafür bekommt man eine Urkunde und wird Mitbesitzer des Unternehmens. Wenn dann das Unternehmen Gewinne macht, wird der Teilhaber, also der Aktienbesitzer, an diesen Gewinnen beteiligt. So konnten also auch Leute, die selbst keine Schiffe ausrüsten und nach Indien schicken konnten, sich am Gewinn des Handels beteiligen.

    Der niederländische Staat war durch die Ausgabe der Aktien fein raus, denn das Risiko teilten sich nun die Kaufleute und ganz normale Bürger. Viele Leute kauften sich Aktien an der VOC und so verfügte die VOC über eine große Geldmenge, das nennt man Kapitalstock.

    War es bisher immer so gewesen, dass sich Kaufleute für eine einzelne Fahrt zusammengeschlossen hatten, um dann nach Rückkehr der Schiffe wieder ihren eigenen Geschäften nachzugehen, so blieben sie bei der VOC auch nach der Rückkehr der Schiffe zusammen. Diese Beständigkeit führte zu noch mehr Reichtum und Erfolg. Denn: Gemeinsam ist man stark!

    Die Anteile an der VOC, also die Aktien, wurden an der Börse gehandelt. Das Wort geht zurück auf die Familie „van de Beurse“, die in Brügge in Belgien einen Gasthof hatten. Dort kamen die Kaufleute zusammen, tauschten Informationen aus und bahnten neue Geschäfte an. 1531 wurde in Antwerpen in Belgien das erste Gebäude für eine Börse eröffnet, das für alle Kaufleute offen war.

    Die Niederländer gründeten in Indonesien die Stadt Batavia, die heute Jakarta heißt. Hier wurden alle Waren gesammelt und einmal im Jahr nach Europa verschifft.

    Als die Niederlande im 17. Jahrhundert zu führenden Handelsmacht aufgestiegen waren, blühten auch die Künste und die Kultur. Es gab plötzlich viele Künstler, die auch sehr berühmt wurden wie z.B. Rembrandt.

    Diese Gemälde mit dem Namen „Die Malkunst“ ist von dem weltberühmten Maler Vermeer. Die Landkarte im Hintergrund zeigt, wie verbunden die Holländer mit der Welt waren.

  • England – Königin der Meere (1588 n.Chr.)

    Die Niederlage der Spanischen Armada 1588

    Wie Piraten der englischen Königin helfen!

    Die Entdeckung Amerikas bescherte Spanien und Portugal im 15. und 16. Jahrhundert ungeheuren Reichtum. Von dem Gold und Silber, das die Spanier und Portugiesen massenhaft aus Amerika nach Hause brachten, wollten die Engländer auch etwas abhaben.

    Doch wie konnte man an die Schätze herankommen, fragte sich die englische Königin Elisabeth I. und hatte plötzlich eine schlaue Idee: Sie stellte Piraten Freibriefe aus, die ihnen gestatteten, auf eigene Faust spanische Schiffe zu anzugreifen und spanische Handelsplätze zu überfallen. Als Belohnung durften die Piraten einen Teil der Beute behalten, den Rest aber mussten sie nach England bringen und der Königin übergeben. Weil die Piraten für die Königin arbeiteten, wurden sie auch Staatspiraten genannt.

    Die berühmtesten Staatspiraten waren Francis Drake und John Hawkins. Sie machten den Atlantik bis zur Karibik unsicher und jagten den Spaniern und Portugiesen deren Gold und Silber ab. Ihr großer „Erfolg“ ermutigte andere Piraten, ihnen nachzueifern.

    Wie England Spanien besiegt!

    Als die Überfälle der Piraten immer mehr zunahmen, musste Spanien sich wehren. 1588 griff die Spanische Kriegsflotte, auch die Spanische Armada genannt, England an.

    Doch obwohl die Spanische Armada eine der besten Kriegsflotten der damaligen Zeit war, verlor sie den Krieg gegen England. Grund dafür war zum einen das schlechte Wetter in der Nordsee, das es der Flotte schwer machten. Und zum anderen waren kleine Würmer an der Niederlage schuld! Sogenannte Schiffsbohrwürmer bohrten sich nämlich ins Holz und sorgten schon vor einem Kampf mit den Engländern dafür, dass die Schiffe untergingen, weil die Würmer sich schon durch das Holz durchgefressen hatten.

    England war der strahlende Sieger und hatte mit Spanien die größte Seemacht ihrer Zeit geschlagen. England wurde nun für über 300 Jahre zur wichtigste Seemacht der Welt.

    Doch die Zeit der Staatspiraten und der organisierten Überfälle war nun vorbei. Stattdessen schloss der neue englische König James I. 1604 Frieden mit Spanien. Die spanischen und portugiesischen Kolonien wurden von England in Ruhe gelassen und England begann, selbst ein Kolonialreich aufzubauen. 1607 gründeten die Engländer ihre erste Siedlung in Nordamerika.

    Wie England reich wird

    England breitete sich jetzt in alle Richtungen auf dem Globus aus. Sie machten riesige Gebiete zu ihren Kolonien. Kolonialisieren bedeutet, wenn man ein fremdes Land mit seinen Bewohnern erobert und einfach an sein eigenes Land angliedert. Die Kolonien wurden meistens ausgebeutet.

    Das heißt: Die Menschen in den Kolonien wurden als billige Arbeitskräfte benutzt und die Rohstoffe wie zum Beispiel Gold und Silber wurden einfach abtransportiert und nach England gebracht. Die Kolonien hatten keine eigenen Rechte. Sie waren politisch und wirtschaftlich von England abhängig.

    England setzt sich gegen Holland durch

    Die Niederlande waren bekannt für ihre guten Schiffe. Sie besaßen eine riesige Handelsflotte mit 4.700 Schiffen. Über lange Zeit transportieren sie nicht nur die eigenen Waren, sondern auch Waren aus anderen Ländern und Kolonien. Sie hatten ein regelrechtes Transportmonopol. Das bedeutet, dass sie fast die einzigen waren, die Waren von einem Punkt zum anderen transportierten. Besser hätte es für die Niederländer gar nicht kommen können. Denn weil sie keine Konkurrenz, d.h. Gegner, hatten, konnten sie die Preise für den Transport einfach so festlegen, wie sie wollten.

    1651 wollte England etwas dagegen tun. Sie verabschiedeten ein Gesetz, wonach nur noch englische Schiffe Waren aus den englischen Kolonien transportieren konnten. Dieses Gesetz war ein harter Schlag für den niederländischen Handel. Und so kam es zum ersten englisch-niederländischen Seekrieg (1652–1654). Die Niederlande verloren den Krieg und mussten schließlich das Gesetz der Engländer anerkennen. Das Gesetz war aber nur ein Schritt für Englands Aufstieg zu See- und Handelsmacht.

    Sklaven übernehmen fast alle Arbeiten

    Wie schon in den spanischen Kolonien übernahmen auch in den britischen Kolonien die afrikanischen Sklaven fast alle Arbeiten. Bei den Spaniern arbeiteten die Sklaven auf Zuckerrohrplantagen, bei den Engländern wurden sie auf Baumwollplantagen ausgebeutet.
    Die Briten hatten bis zum Verbot des Sklavenhandels 1807 3,5 Millionen Sklaven verschleppt.

    Handelsrouten zwischen England und seinen amerikanischen Kolonien

    Welche Handelsroute im 17. und 18. Jahrhundert eingeschlagen wurde, hing entscheidend davon ab, wie der Wind blies, denn schließlich waren es Segelschiffe, auf denen die Waren transportiert wurden. Im Handel zwischen Europa und seinen Kolonien in Amerika führte der Weg immer über Afrika. Das hatte aber auch damit zu tun, dass dort Sklaven mitgenommen wurden. Weil also immer drei Kontinente beteiligt waren, sagt man dazu auch „Dreieckshandel“.

    Im Oktober starteten die Schiffe von Europa mit Stoffen, Waffen und anderen Waren nach Westafrika. Dort wurden diese Waren verkauft und die Schiffe mit Sklaven beladen. Dann ging es über den Atlantik nach Amerika, wo die Sklaven als billige Arbeitskräfte verkauft wurden. In Amerika wurden die Schiffe dann mit Gold, Baumwolle, Zucker und anderen Kolonialwaren beladen. Damit ging es zurück nach Europa.

    So stellst du dir sicher keinen Piraten vor – und doch ist das der berühmte Staatspirat Francis Drake.

    Die englische Königin Elisabeth I. und im Hintergrund der Kampf zwischen der Spanischen Armada und der englischen Flotte, in dem Spanien verlor.

    Sklaventransport innerhalb von Afrika

  • Industrialisierung (1750 n.Chr.)

    Die Dampfmaschine von James Watt (6)

    Die Maschinen kommen! Fabriken entstehen.

    Im 18. Jahrhundert wurde in England etwas erfunden, was für die Menschheit revolutionäre Folgen hatte: die Dampfmaschine.

    Du willst bestimmt wissen, wie sie funktioniert. Also: Ein Kohlefeuer erhitzt dazu Wasser, dieses wird zu Dampf, der bewegt dann einen Kolben und dieser treibt über eine bewegliche Pleuelstange ein Rad an.

    Die Dampfmaschine ermöglichte, dass man plötzlich Kohle und Eisen, die tief in der Erde steckten, einfacher fördern konnte. Die Kohle brauchte man für den Verbrennungsprozess innerhalb der Dampfmaschine. Aus dem Eisen konnte man Stahl produzieren und den brauchte man für den Schiffsbau und für die vielen anderen Maschinen, die damals neu erfunden wurden. Wie zum Beispiel die Eisenbahn. Sie ist eine Dampfmaschine, die mit Rädern auf Eisenschienen fährt und mit Kohle befeuert wird.

    Maschinen statt Muckies

    Eine der wichtigsten anderen Erfindungen im damaligen England war der mechanische Webstuhl und die Spinnmaschinen. Saß früher ein Weber an einem hand- und fußbetriebenen Webstuhl und webte wochenlang an einem Stück Stoff, so spuckten nun mechanische Webstühle mit Dampfdruck betrieben die fertigen Stoffe aus. Die Dampfkraft ersetzte also die Muskelkraft und die Maschinen ersetzten das Handwerk.

    Wenn Waren und Produkte mechanisch und automatisiert in Fabriken hergestellt werden, dann spricht man von Industrie. In der englischen Grafschaft Lancashire entstand mit der massiven Einführung der mechanischen Webstühle um 1810 eine riesige Textilindustrie. Die beiden Fußballstädte Liverpool und Manchester, die du vielleicht kennst, wurden zu richtigen Fabrikstädten.

    Die Gesellschaft steht auf dem Kopf

    Durch die Maschinen konnte man viel schneller ein Produkt herstellen und davon viel mehr produzieren als nur mit Handarbeit. Dadurch entstand die Massenproduktion.

    Mit den neuen Verkehrsmitteln wie der Eisenbahn und den Dampfschiffen konnten die Waren außerdem viel schneller als bisher überall hintransportiert werden.

    Waren bis zu diesem Zeitpunkt die meisten Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt, so zogen sie nun in die Stadt und wurden Fabrikarbeiter. Eine ganz neue gesellschaftliche Klasse entstand: die Arbeiter. In den neu entstandenen Städten stellten die Arbeiter bald die Mehrheit da.

    Erfindungen, Fabriken, Maschinen, Arbeiter, Städte, Beschleunigung der Arbeit und des Transportes – die Gesellschaft wurde komplett auf den Kopf gestellt. Man spricht deswegen von der Industriellen Revolution. Sie begann in England und hat sich dann in Westeuropa und Nordamerika ausgebreitet.

    Zu Beginn der Industrialisierung war die Arbeit schlecht bezahlt und die Arbeitsbedingungen katastrophal. Männer, Frauen aber auch Kinder arbeiteten oft bis zu 15 Stunden am Tag. Die Armut war groß.

    In den Borsig-Werken in Berlin stellte August Borsig die ersten Lokomotiven für Deutschland her. Die Lokomotive war eine der großen Erfindungen der Industriellen Revolution.

    Eine revolutionäre Erfindung der Industrialisierung war die Lokomotive. Nun konnten Menschen und Waren viel schneller transportiert werden. Stephenson „The Rocket“, 1829 erfunden, war eine der ersten Lokomotiven. (20)

    Karl Marx wollte, dass der technische Fortschritt der Industrialisierung allen zugute käme. Er forderte die Gleichheit für alle und die Abschaffung des Privateigentums und begründete den Marxismus.

  • Kolonialpolitik (1800 n.Chr.)

    Die Farben bezeichnen die Kolonien der verschiedenen Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg 1945. (5)

    Der Imperialismus

    Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Mächte die Welt größtenteils unter sich aufgeteilt. Man nennt dieses Zeitalter auch das Zeitalter des Imperialismus. Das Wort Imperialismus kommt von Imperium, was so viel wie Herrschaft bedeutet.

    Das britische Weltreich war dabei am größten. Und das erklärt auch, warum in vielen Teilen der Welt heute Englisch gesprochen wird. Weite Teile Afrikas, Kanadas, viele Inseln, Australien und Neuseeland gehörten England. 1877 wurde die Königin von England sogar zur Kaiserin von Indien gekrönt.

    Frankreich besaß Vietnam, Laos und Kambodscha sowie ganz Westafrika, von Algerien bis zum Äquator. Die Niederländer hatten die Kolonie Niederländisch-Indien, das ein Vorläufer von Indonesien ist, und dem belgischen König gehörte der Kongo. Deutschland begann erst sehr spät mit der Kolonialisierung und hatte diese auch nur sehr kurze Zeit.

    Am Anfang vieler Eroberungen in der Welt standen wirtschaftliche Interessen, d.h. die Staaten wollten sich Gold und Silber, Pelze, Zucker und Gewürze, die es in den Ländern gab, die sie besetzt hatten, sichern. Am Ende der Epoche trieb die gesamte Welt miteinander Handel. Aus den entlegensten Ecken kamen die Kolonialwaren wie Kakao, Kautschuk, Kaffee und Bananen. Auf den Weltmeeren war eine Menge los, da die Waren natürlich von dem einem Land in das andere transportiert werden mussten.

    Es gab nicht nur einen globalen, also weltumspannenden Handel, sondern sogar ein globales Währungssystem, d.h. es gab einen einheitlichen Geldwert auf der ganzen Welt und das war nämlich das Gold, das man dann als Goldstandart bezeichnete: Alle Staaten hatten den Preis ihrer Währung, also des Geldes aus ihrem Land an den des Goldes gebunden: Es war genau festgelegt, wie viel Gold man zum Beispiel für eine Deutsche Reichsmark bekam.

    Während Europa vom Handel mit seinen Kolonien profitierte, sah das für die Kolonien wiederum oft schlecht aus. Die einheimische Bevölkerung wurde häufig rücksichtslos ausgebeutet oder sogar als Sklaven gehalten. Einheimische Industrien wurden zerstört und Aufstände brutal niedergeschlagen.

    Das Ungleichgewicht zwischen der ersten und dritten Welt ist auch heute noch eine Folge aus dieser Geschichte.
  • Golddeckung (1870 n.Chr.)

    Ein Tresor ist der sicherste Ort zum Aufbewahren von Goldbarren.

    Gold als Sicherheit

    Früher lagerten in Banktresoren ganz viele Goldbarren. Gold war schon immer sehr kostbar. Die Menschen vertrauten dem bleibenden Wert des Goldes. Dem Papiergeld trauten sie hingegen nicht so sehr. Deshalb waren die Banken verpflichtet, Gold in derselben Menge zu lagern, wie sie (Papier-)Geld herausgegeben haben. Die Menschen wollten sicher sein, dass sie jederzeit ihr Papiergeld in Gold hätten umtauschen können. In Deutschland wurde die Golddeckungspflicht 1911 aufgehoben. Heute wird der Wert des Geldes durch die Deckung durch Kaufkraft garantiert.

    Pures GOLD! Goldbarren bestehen mindestens zu 99 Prozent aus reinem Gold. Goldschmuck enthält oft viel weniger davon.

  • Welthandelsorganisation (1995 n.Chr.)

    Logo der World Trade Organization (auf Deutsch: Welthandelsorganisation)

    Handeln, aber fair

    Wenn du dir das Wort genauer anschaust, wirst du dir bestimmt denken können, worum sich diese Organisation kümmert. Richtig, es geht um den Welthandel. Jetzt könntest du denken, dass alle Länder der Welt damit gemeint sein müssten. So ist es aber nicht. Erst wenn ein Land unter bestimmten Voraussetzungen Mitglied geworden ist, kann es von den Tätigkeiten der Organisation profitieren. Inzwischen gehören schon 150 Staaten zu der Welthandelsorganisation und immer mehr Länder streben eine Mitgliedschaft an, weil es gut für ihre Wirtschaft ist.

    Die Aufgabe der Welthandelsorganisation ist es, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu regeln und erleichtern. Mit anderen Worten: Sie hilft den Ländern, gemeinsame Regeln aufzustellen, die den Handel untereinander verbessern. Das Ziel ist, den Handel möglichst frei und einfach zu gestalten, man spricht deshalb vom Abbau von Handelshemmnissen. Zum Beispiel sollen die Grenzkontrollen nicht mehr so streng sein und die Zölle möglichst klein gehalten werden, damit es nicht so kompliziert und teuer ist, Waren in ein Land ein- oder auszuführen. Dabei geht es nicht nur um Waren, sondern auch um Dienstleistungen, die angeboten werden können.

    Weil es bei all diesen Dingen natürlich oft um Geld geht, arbeitet die Welthandelsorganisation mit dem internationalen Währungsfonds und der Weltbank zusammen.

    Wichtig ist, dass alle Mitgliedsstaaten etwas von den Handelsvorteilen haben sollen, keiner darf benachteiligt werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich alle an die Regeln halten. Wenn es aber zwischen zwei Ländern dennoch zu einem Streit kommt, dann schaltet sich die Welthandelsorganisation ein, um zu schlichten. Würde es sich hier um Sport handeln, könnte man sagen, dass die Welthandelsorganisation so etwas wie ein Schiedsrichter ist.
  • Europäische Währungsunion (1999 n.Chr.)

    Der Euro

    Ein Euro – viele Länder

    Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 hat Europa vollkommen durcheinandergebracht. Mehrere Millionen Menschen starben dabei. Und es dauert lange, bis sich die Menschen von den Strapazen und dem Leid erholten.

    So etwas wollte man nicht noch einmal erleben. Deshalb schlossen sich 27 europäische Staaten zur Europäischen Union (EU) zusammen. Sie setzten sich gemeinsame politische und wirtschaftliche Ziele. Damit sollte das Miteinander gefördert und ein Gegeneinander gestoppt werden.

    Durch die EU schmort nicht jedes Land in seinem eigenen Saft und die Europäischen Länder können auf einfache Weise Handel miteinander treiben. Das reichte diesen Ländern aber noch nicht.

    Sie erkannten, dass sie eine gemeinsame Währung, also alle Länder sollten eine Geldsorte haben, in ganz Europa brauchten, um die Gemeinschaft weiter zu stärken. Sie schlossen sich deshalb zur Europäischen Währungsunion zusammen. In bis heute 17 Europäischen Ländern gibt es nur noch den Euro.

    Früher musste man, wenn man zum Beispiel in Spanien Urlaub machen wollten, bei der Bank die Deutsche Mark in spanische Pesetas umtauschen. In einigen Ländern ist das immer noch so, denn um in diese Währungsunion eintreten zu können, müssen sie bestimmte Bedingungen einhalten. Das ist für manche Länder nicht so einfach.

    Es gibt aber auch Länder, die zwar der Europäischen Union angehören, aber absichtlich nicht der Währungsunion beitreten wollten. Dazu gehören Dänemark, Großbritannien und Schweden. Diese gehören zwar zur Europäischen Union, haben aber immer noch ihre eigenen Währungen behalten.

    Die Euros auf einen Blick

    Die Flaggen der 27 Eurostaaten

  • Deckung durch Kaufkraft (2010 n.Chr.)

    Garantiert was wert

    Das Geld, mit dem wir heute bezahlen, hat einen bestimmten Wert. Doch wer sagt eigentlich, dass so ein Papierschein, wie zum Beispiel ein Zehn-Euro-Schein, wirklich etwas wert ist? Ist doch nur Papier. Klar, so lange man in ein Geschäft gehen kann und jederzeit dafür eine CD kaufen kann, glaubt man daran, dass das Geld etwas wert ist. Aber wer garantiert mir, dass das auch so bleibt? Das ist der Staat. Er ist dafür zuständig, zu garantieren, dass dein Geld auch einen Wert hat.

    In Europa ist es so, dass sich die Europäische Zentralbank darum kümmert, weil ja in vielen Ländern mit dem Euro gezahlt wird. Die Zentralbank, das ist also die zentrale Bank für alle europäischen Länder, guckt sich genau an, was es momentan alles an Gütern und Dienstleistungen auf dem Markt gibt. Und dann vergleicht sie die Summe des Geldes, das gerade in Europa existiert. Das muss so viel sein, dass man alles, was gerade auf dem Markt angeboten wird, kaufen könnte. Das tut natürlich keiner. Aber auf diese Weise behält die Europäische Zentralbank Kontrolle darüber, dass das Geld seinen Wert behält. Und natürlich müssen wir unserem Staat und der Europäischen Zentralbank auch vertrauen.

    Früher war das anders. Da waren die Banken verpflichtet, ganz viele Goldbarren im Tresor zu lagern, um den Wert des Geldes zu garantieren. Man hätte dann jederzeit das ganze Geld in Gold umtauschen können.

    Kasse

    Einkaufszentrum in Toronto in Kanada (26)

  • Globalisierung (2001 n.Chr.)

    „Wir leben in einem globalen Dorf.“ Sicherlich hast du diesen Ausspruch schon mal gehört, der kommt aus dem Englischen und da heißt das globale Dorf „global village“ und global heißt, wie wir dir schon vorher einmal erklärt haben, weltumspannend. Sicherlich hast du dich gefragt, was eigentlich damit gemeint ist. Dieser Satz verdeutlicht, dass die moderne Welt, in der wir leben, uns gar nicht mehr so riesig erscheint, weil nahezu jeder Winkel der Erde irgendwie erreichbar ist – nicht nur auf das Reisen bezogen. Eine große Rolle spielt dabei das Internet. Es gibt zum Beispiel Computerspiele, bei denen du am Camputer mit Menschen aus anderen Ländern zusammen spielen kannst (Browsergames). Und ein bisschen so funktioniert auch die Welt des modernen Handels.

    Unternehmer haben Kontakte zu anderen Unternehmern aus den entferntesten Ländern. Sie können ihre Waren problemlos in anderen Ländern herstellen, denn heutzutage sind die Transportmöglichkeiten viel besser als früher.

    Meist werden die Waren in Niedriglohnländer hergestellt, weil es dort viel billiger als in Deutschland ist. Deshalb kosten diese Waren auch ganz wenig, wenn sie bei uns angeboten werden. Das hört sich im ersten Moment toll an, oder? Doch der Grund für diese geringen Produktionskosten ist, dass die Arbeiter für ihre Arbeit sehr schlecht bezahlt werden. Sie können kaum von ihrem Lohn leben und und deshalb müssen auch oft Kinder in deinem Alter den ganzen Tag arbeiten (Kinderarbeit).

    Früher war dieses Problem der Ausbeutung nicht so bekannt wie heute. Zum Glück gibt es heute viele Unternehmer, die so etwas nicht mit ihrem Gewissen vereinen können und deshalb darauf achten, dass die Arbeitsbedingungen der Leute, die ihre Waren herstellen, gut sind. Darüber hinaus gibt es Organisationen, wie zum Beispiel eine, die El Puente heißt, die sich dafür einsetzen, dass alle Menschen auf der Welt fair behandelt werden, wenn es um Handel geht. Sie sind für einen fairen Handel.

    Das ist das offizielle Siegel für „Fairen Handel“.

  • Europäischer Binnenmarkt (1993 n.Chr.)

    Zoll am Frankfurter Flughafen. (30)

    Zusammen sind wir stark

    Das Wort „binnen“ bedeutet auch „innerhalb“. So kann man sich ein bisschen leichter erklären, was mit dem „Europäischen Binnenmarkt“ gemeint ist. Es geht hier nämlich um den Handel innerhalb der europäischen Grenzen. Allerdings bezieht er sich nur auf die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie haben sich zusammengeschlossen, um den Handel miteinander zu erleichtern.

    1993 hat es ein Abkommen (man nannte das auch Zollunion) gegeben, in dem vereinbart wurde, dass der Handel frei und ohne komplizierte Zollkontrollen ablaufen kann. Der Europäische Binnenmarkt ist damit ein abgegrenztes Wirtschaftsgebiet. Das Wort ist vielleicht ein bisschen verwirrend, denn „abgegrenzt“ klingt eher danach, dass etwas verkleinert oder eingeschränkt wird. Das stimmt aber nicht, denn das Gegenteil ist der Fall.

    Durch das Abkommen, also das abgegrenzte Wirtschaftsgebiet, haben sich die Möglichkeiten für den Handel auf jeden Fall vergrößert. Neben Japan und den USA ist der Europäische Binnenmarkt einer der größten Handelsmärkte der Welt. Innerhalb diesen Gebietes können die Unternehmen jetzt problemlos miteinander handeln. Aber nicht nur Unternehmen kommt dieses Abkommen zugute, auch die Bürger haben mehr Möglichkeiten. So können sie zum Beispiel frei entscheiden, in welchem EU-Land sie arbeiten möchten, ohne dass sie dafür eine spezielle Arbeitsgenehmigung benötigen, so wie das früher der Fall war.

    Gabelstapler

    Verladen von Waren

  • Außenhandel (2015 n.Chr.)

    Bugklappe eines Frachtflugzeugs (31)

    Über die Grenzen hinaus handeln

    Als Außenhandel bezeichnet man den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital über die Grenzen eines Landes oder Wirtschaftsgebietes hinaus.

    Natürlich gibt es Außenhandel schon seit vielen tausend Jahren. Doch heute ist viel mehr zu regeln als früher. Durch die neuen Kommunikations- und Transportmöglichkeiten wie Telefon, Internet und Flugzeuge sind schließlich viel mehr Länder beteiligt. Damit man da den Überblick behält und sich die Länder besser auf einen Handel einigen können, wird der Außenhandel, also der internationale Handel, durch Vorschriften der Welthandelsorganisation geregelt.

    Für den Außenhandel sind Containerschiffe ein sehr wichtiges Transportmittel. Sie sind bis zu 200 m lang.

  • Wettbewerb (2012 n.Chr.)

    Im Kaufrausch

    Geiz ist nicht immer geil

    Den Begriff „Wettbewerb“ hast du sicherlich schon oft gehört. Die Bundesjugendspiele sind zum Beispiel ein ganz bekannter Sportwettbewerb unter Schülern, an dem du selbst vielleicht schon teilgenommen hast. Dieses Jahr findet in Deutschland die Weltmeisterschaft der Frauenfußballmannschaften statt. Da wird es sehr spannend, ob die deutsche Frauenfußballmannschaft zum dritten Mal den Weltmeistertitel gewinnen. Ein Musikwettbewerb, der letztes Jahr für alle Deutschen zum aufregenden Ereignis wurde, war der Eurovision Song Contest. Du hast vielleicht mitgefiebert als Lena Meyer-Landrut den ersten Preis für Deutschland errungen hat.

    Bei jedem Wettbewerb geht es immer darum, dass man gegen andere antritt und versucht, den besten Platz zu machen.

    Das lässt sich auch auf den Handel übertragen. Hier ist es so, dass Unternehmen gegeneinander auf dem Markt auftreten. Es heißt, sie treten in Konkurrenz zueinander an. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Wettbewerb“.

    Doch warum tun sie das eigentlich? Nun, sie wollen natürlich möglichst viele Käufer finden, das bist dann zum Beispiel du. Denn die Käufer, also die Kunden, kaufen natürlich dort, wo das Produkt gut und preiswert ist. Man sagt dann auch dazu, dass das „Preis-Leistungsverhältnis“ stimmt.

    Der Wettbewerb spornt die Unternehmen an, immer bessere Produkte herzustellen, neue Ideen zu entwickeln und die neueste Technik zu verwenden. Sie wollen immer besser werden, damit man sich als Käufer dafür entscheidet, das Handy oder auch das Fahrrad gerade dort bei ihnen im Laden zu kaufen und nicht bei der Konkurrenz. Für uns, also den Kunden, ist dieser Wettbewerb deswegen eigentlich eine prima Sache. Denn die Unternehmen tun alles, um für uns gute und günstige Produkte herzustellen.

    Leider ist es aber auch so, dass der Wettbewerb nicht so gute Folgen haben kann. Denn es gibt Unternehmen, die nur noch darauf achten, ganz besonders billig ihre Waren anbieten zu können, damit sie möglichst viele Käufer finden. Anders gesagt: Sie denken nur noch ans Geld und nicht mehr an die Kunden. Das birgt oft zweierlei Gefahren: Die Qualität des Produkts kann darunter leiden oder die Menschen, die das Produkt herstellen, bekommen viel zu wenig Lohn dafür, sie werden also ausgebeutet.

    Wenn so etwas bei Lebensmitteln passiert, ist der Käufer im besonderen Maße der Leidtragende, weil z.B. ein Unternehmen Geld sparen will und Gammelfleisch, von dem ihr bestimmt schon einmal gehört habt, verkauft, die Käufer das essen, ohne es zu wissen und krank davon werden. Oder falls die Arbeiter, die das Produkt hergestellt haben, unter unwürdigen Umständen arbeiten mussten, damit der Hersteller möglichst billig produzieren konnte, wird der Käufer ein schlechtes Gewissen haben, dass andere Menschen indirekt durch ihn benachteiligt wurden. Das gibt es häufig, wenn Unternehmen ihre Waren im Ausland wie zum Beispiel Indien produzieren lassen. Sicher habt ihr schon gehört, dass es dort auch Kinderarbeit gibt.

    Aber ein bisschen hat der Kunde auch selbst Schuld in diesem Fall. Denn geht es ihm nur noch darum, ganz billige Dinge kaufen zu wollen, muss er sich nicht wundern, wenn er sehr schlechte Qualität für das Geld bekommt. Geiz ist also nicht immer geil ...

    Alter Markt auf Kuba von 1928

    Waren- und Preisschilder in Asien

  • Banken und Börsen (2011 n.Chr.)

    Börsenchart (22)

    Hektischer Handel

    Vielleicht kennst du die Börse aus dem Fernsehen. In den Nachrichten wird zum Beispiel immer vom Dow-Jones-Index oder vom DAX berichtet. Aber was passiert eigentlich an der Börse?

    Die Börse ist ein Handelsplatz, deshalb sagt man auch Börsenmarkt dazu. Auf diesem Marktplatz kommen Verkäufer und Käufer zusammen. Allerdings handeln sie nicht mit Waren, sondern mit Aktien. Das sind Anteile an einem Unternehmen. Wer eine Aktie besitzt, dem gehört also ein winziger kleiner Teil an dieser Firma.

    In Frankfurt am Main steht die wichtigste deutsche Börse. Der Handel findet heute hauptsächlich über Computer statt.

    Das Wichtigste für den Börsenhandel sind die Preise für die einzelnen Aktien. Und diese ändern sich teilweise in Sekundenschnelle. Aktien werden manchmal jahrelang behalten – und manchmal rasend schnell verkauft. Wie viel eine Aktie wert ist, d.h. für wie viel Geld man sie kaufen oder verkaufen kann, das sieht man am Aktienkurs.

    Wenn ein Unternehmen, das Aktien herausgibt, erfolgreich ist, dann möchten viele Leute diese Aktien kaufen. Denn heute ist die Aktie zum Beispiel 100 Euro wert. Nehmen wir einmal an, das Unternehmen wird in Zukunft viel Geld verdienen. Dann wollen viele die Aktien kaufen. Dadurch gewinnen sie an Wert. Der Preis steigt, zum Beispiel auf 150 Euro. Würde man sie für diesen Wert also wieder verkaufen, hätte man 50 Euro verdient.

    Aber wie es in der Wirtschaft so ist, kann der Wert der Aktie auch ganz schnell wieder fallen. Das passiert, wenn das Geschäft des Unternehmens schlechter läuft.

    Wie das funktioniert, kann man gut an den Aktien von Versicherungen sehen. Wenn zum Beispiel Überschwemmungen viele Häuser unter Wasser gesetzt haben, müssen die Versicherungen für den Schaden aufkommen und viel Geld an die Leute bezahlen, die bei ihnen versichert sind. Und das wiederum bedeutet, dass sie weniger selbst weniger Geld haben und dass sie weniger Gewinne dadurch haben. Die Aktienbesitzer werden nun ganz schnell versuchen, ihre Aktien wieder loszuwerden. Der Wert der Aktie nimmt dann schnell ab, weil es viele andere Aktienbesitzer auch tun werden, ihre Aktien wieder loszuwerden.

    Es kommt also beim Aktienhandel darauf an, den richtigen Moment zum Kauf oder Verkauf zu erkennen.
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